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Volle Kirchen bei Jubiläumskonzerten

Gospelchor „Joy of Life“ Volle Kirchen bei Jubiläumskonzerten

Mit Jubel, Standing Ovation und endlosem Applaus wurden die Sänger und Sängerinnen von „Joy of Life“ in der Pfarrkirche gefeiert. Höhepunkt war die „Missa Brasileira“ aus der Feder des Chorleiters Jean Kleeb.

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Der brasilianische Komponist und Chorleiter Jean Kleeb (links) führt mit dem Gospelchor „Joy of Life“ unter anderem seine „Missa Brasileira“ auf.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Wer die Konzerte von „Joy of Life“ kennt, weiß eigentlich, was einen erwartet: Geistliche Chormusik aus allen Ländern, so rhythmisch und atmosphärisch, dass kaum jemand im Publikum still bleiben kann – und doch gibt es immer wieder etwas Neues.

Präsentiert wird das Ganze von einem stimmkräftigen Chor von etwa 80 Sängern und Sängerinnen von Jung bis Alt. Seit 20 Jahren besteht der Gospelchor der Kurhessischen Kantorei und hat sich in Marburg und Umgebung einen hervorragenden Ruf aufgebaut. Am Sonntag blieb in der Pfarrkirche kaum ein Platz frei.

Zwar herrscht bei „Joy of Life“ auch durch die vielen Studenten in Marburg naturgemäß eine hohe Fluktuation, Anpassungsprobleme gebe es aber keine, berichtete Heinrich Schneider, der seit der Gründung 1995 Mitglied des Gospelchores ist. Er betont: Neue Mitglieder würden sofort aufgenommen und fühlten sich schnell so wohl, als ob sie schon lange dabei seien.

Der Gospelchor „Joy of Life“ feierte mit zwei großen Konzerten in Kirchhain und in Marburg sein 20-jähriges Bestehen.

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Der Chor wurde von Sabine Barth gegründet, 2009 übernahm der brasilianische Dirigent, Musiker und Komponist Jean Kleeb die Leitung. Er hat das Repertoire erweitert und tanzt beim Dirigieren gerne mal zur Musik. „An den vielfältigen Stücken reift man“, so Schneider.

Der 20. Geburtstag wurde am Wochenende mit Jubiläumskonzerten vor 300 Zuhörern in Kirchhain und 580 Zuhörern in in der Marburger Lutherischen Pfarrkirche gefeiert, dem Zuhause von „Joy of Life“. Wie es inzwischen zur Tradition des Chores gehört, zogen die Sänger über die Seiten ein und stimmten das Publikum mit dem Ständchen „20 Jahre Joy of Life“ gleich richtig ein.

Im ersten Teil des Konzertes wurden Gospel- und Jazz-Highlights der vergangenen Programme gesungen – angefangen mit traditionellen Gospels aus Afrika a cappella gesungen und nur mit Percussion unterstützt. Darunter war auch eine grandiose Interpretation des Toto-Hits „Africa“, bei der der Chor durch Händereiben, Fingerschnippsen und Klatschen das Publikum in die richtige Stimmung versetzte. Mit kleiner Bandbesetzung wurde an tolle Jazzinterpretationen erinnert, wie das große „Sacred Concert“ von Duke Ellington oder die „Gospel Mass“ von Robert Ray, dessen „Hallelujah Praise the Lord“ am Ende nochmals als Zugabe gesungen wurde.

Historische Instrumente sorgen für einzigartige Stimmung

Hauptstück des Konzertes war jedoch die „Missa Brasileira“ von Jean Kleeb, die am Samstag in Kirchhain uraufgeführt wurde. Kleeb hat die Messe seinem Chor „Joy of Life“ auf den Leib „geschneidert“. Sie stellte eindrucksvoll unter Beweis, welch ein musikalischer Tausendsassa in Kleeb steckt. Der brasilianische Komponist fühlt sich in vielen Musikrichtungen wohl, einige seiner Kompositionen gehören eher zur Neuen Musik und sind atonal angelegt.

Nicht so die brasilianische Messe. Die Musik geht gleich vom beschwingten „Kyrie“ an ins Bein, und auch die Sänger von „Joy of Life“ hatten sichtlich Spaß beim Singen. Dabei ist die Messe unglaublich facettenreich: Es gibt kräftige Sambarhythmen und zwei wunderschöne, getragene Arien, zu denen die Stimme der Solistin Nadine Balbeisi wunderbar passte. Kleeb griff auch auf historische Instrumente wie die Viola da Gamba, den Vorgänger des heutigen Cellos, und ein Cembalo zurück – die Harmonik dagegen war jazzig.

Eine interessante Kombination, die durch die Wahl der Instrumente sehr warm und gefühlvoll wirkte. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit Standing Ovations und kräftigem Applaus, der kaum enden wollte. Wie zu Konzertbeginn zogen die Sängerinnen und Sänger mit ihrem „20 Jahre Joy of Life“ aus und sangen, bis fast der letzte Besucher die Kirche verlassen hatte.

von Mareike Bader

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