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Volksfest nur Rahmen für Liebesstory

So ist der Grenzgang-Film Volksfest nur Rahmen für Liebesstory

Voll war es am Montag im Cineplex. Bevor die WDR-Verfilmung des Romans "Grenzgang" von Stephan Thome in der ARD zu sehen ist, wurde er im Cineplex vorab auf der großen Leinwand gezeigt.

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Von links nach rechts: WDR-Redakteur Michael André, Produzentin Ariane Krampe, Drehbuchautorin Hannah Hollinger.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Die Mehrzahl der 350 Besucher kam am Montag natürlich aus Biedenkopf. Die meisten hatten auch den Roman des Biedenkopfer Autoren Stephan Thome „Grenzgang“ gelesen. Die spannende Frage vor der Vorführung war also wie das Buch als Film rübergebracht wird. Schließlich erstreckt sich Thomes Geschichte über 28 Jahre - also fünf Grenzgänge. Ein Fernsehfilm hat aber nur eine Lauflänge von 90 Minuten.

Fokus auf eine starke Frauengeschichte

Drehbuchautorin Hannah Hollinger, die am Montag zusammen mit Produzentin Ariane Krampe und WDR-Redakteur Michael André im Cineplex anwesend war, hat im Film den Fokus auf die Hauptfigur Kerstin Werner (Claudia Michelsen) und auf eine starke Frauengeschichte gelegt. Der Zeitrahmen ist auf drei Grenzgänge reduziert. Zwar hat Stephan Thome am Drehbuch selbst nicht mitgeschrieben, aber er hatte immer wieder Einsicht in den Arbeitsprozess und war sehr angetan, „um nicht zu sagen begeistert“, so Michael André.

Kerstin, wie auch Studienrat Thomas Weidmann (Lars Eidinger) stecken beide in ihrem Leben fest. Kerstin kümmert sich nach ihrer Scheidung aufopferungsvoll um ihre kranke Mutter, worunter nicht nur ihr Verhältnis zu ihrem rebellierenden Sohn Daniel leidet. Thomas hingegen sieht sich als Lehrer ohne Ambition in der Provinz gestrandet. Als der Schuldirektor Granitzny (Hanns Zischler) ihn befördern will, schlägt er sie aus. „Eine Flucht im Kreis - Deine Tradition und Du“, wirft ihm seine Freundin kurz nach dem Scheitern seiner Uni-Karriere an den Kopf.

Noch nicht bereit für einen Neuanfang

Mit seiner „Tradition“ ist der Biedenkopfer Grenzgang gemeint, der immer wieder in kleinen Ausschnitten gezeigt wird. Beim Grenzgang vor sieben Jahren im Film kommen sich Kerstin und Thomas zum ersten Mal näher. Doch vor allem Kerstin ist für einen Neuanfang noch nicht bereit. Erst die Hilfe ihrer neuen Freundin Claudia (Gesine Cukrowski) reißt sie allmählich aus ihrem Trott.

Allerdings heißt die Stadt, wie auch in Thomes Roman „Bergenstadt“. Aber das störte bei der Vorstellung am Montagabend keinen. Bei Landschaftsaufnahmen oder einem Blick auf die schöne Kulisse der Stadt hörte man immer wieder bewundertes Staunen aus dem Publikum. Lebhafter dagegen die Reaktionen bei Aufnahmen des Grenzganges. An fünf Tagen folgte das Kamerateam dem Volksfest und sammelte eine große Menge an dokumentarischem Material. Besonders wenn bekannte Gesichter zu war, hörte man es von allen Seiten kichern und tuscheln.

Zu wenig Grenzgang

Bereits vor der Vorstellung stellten sich die meisten Besucher darauf ein, dass der Grenzgang nur den Rahmen für die Liebesgeschichte darstellen würde, wie auch der Biedenkopfer Bürgermeister Joachim Thiemig. Trotzdem zeigten sich nach dem Film einige enttäuscht. Auch Mareike Sinner und Angelea Wege hatte der Film gut gefallen, fanden aber, dass nach all dem was gedreht wurde zu wenig Grenzgang zu sehen sei. Dafür freuten sie sich, sich selbst als Komparsen im Film gesehen zu haben. Auch Stephan Thome ist in einer Grenzgang-Szene in einem Cameo-Auftritt zu sehen.

Auf eine Frage aus dem Publikum hin, vertröstete Michael André die enttäuschten Biedenkopfer, dass wohl schon Kontakt zwischen der Produktionsfirma und der Stadt Biedenkopf über eine eventuelle Materialübernahme aufgenommen wurde.

Der Film läuft am 27. November um 20 Uhr in der ARD

von Mareike Bader

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