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Vokalmusik in ihrer ganzen Vielfalt

24. Nacht der Stimmen Vokalmusik in ihrer ganzen Vielfalt

Harte und zarte Klänge, Volksmusik und Rock, deutsches Liedgut und Fremdsprachiges. Bei der 24. Nacht der Stimmen wurde eine große Bandbreite geboten.

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Marburg. Von den Wurzeln der Chormusik im 19. Jahrhundert bis zu den modernsten Ausprägungen des A-cappella-Gesangs mit Beatboxing reichte das 
abwechslungsreiche Programm diesmal, das die Zuhörer immer wieder begeistert applaudieren ließ. Zwei deutsche Gruppen sowie eine schwedische und eine französische Formation präsentierten ihre je eigenen, ganz unterschiedlichen Klangwelten.

Harte und zarte Klänge, Volksmusik und Rock, deutsches Liedgut und Fremdsprachiges. Bei der 24. Nacht der Stimmen wurde eine große Bandbreite geboten.

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So richtig auf die Ohren gab es von „OnAir“ aus Berlin und „Ommm“ aus Frankreich. „OnAir“ brachte vor der Halbzeitpause schon mächtig Stimmung unter die gut 1000 Zuhörer vor der Schlossparkbühne. Mit eher auf den Auftritt im Dunkeln abgestimmter grau-schwarzer Kleidung und den dadurch besonders herausstechenden extravagant geschminkten Gesichtern und Frisuren der beiden Sängerinnen machte das Sextett auch im Licht der sinkenden Sonne an dem lauwarmen Maiabend rein optisch einen guten Eindruck und bot zudem eine ausgefeilte Choreographie.

Dem stand die gesangliche Leistung nicht nach. 
Besonders Rockfans kamen bei den Vokal-Interpretationen von 
 Stücken wie „Beautiful Day“ oder „Bright Side“ von den „Killers“, „Illuminated“ von „Hurts“ oder „The Pretender“ von den „Foo Fighters“ auf ihre Kosten. Der Beatboxer der Gruppe ließ die Bässe wummern, beim Klassiker „Stairway to heaven“ von „Led Zeppelin“ jaulte die E-Gitarre beeindruckend. Allerdings zeigten die Sechs mit „Wenn ich ein Vöglein wär“, dass sie auch unverstärkt, zart und harmonisch singen können.

Lautstark, mit Beatboxing und von einem Dub Master mit elektronischen Verdopplungs- und Verfremdungseffekten unterstützt, ging es auch bei „Ommm“ aus Frankreich zu, die den effektvollen Schlusspunkt der Nacht setzten. Die normalerweise aus je drei Sängerinnen und Sängern bestehende Gruppe musste auf einen Sänger verzichten, schaffte es aber auch zu fünft, ein stimmliches Feuerwerk aus Pop, Trip­hop, Soul und Jazz abzuschießen. Von Elvis Presleys „Fever“ über „What a Wonderful World“ von Louis Armstrong bis zu dem als Zugabe präsentierten „Some­where Over the Rainbow“ reichte die bunte Mischung.

„Kraja“ kommt nach mehreren Anläufen

Auch vor Improvisationen in Interaktion mit dem Publikum scheute die Formation nicht zurück. So ließen sie von 
Zuhörern kurz Lieder ansingen und verwandelten diese auf ihre Weise in etwas ganz Neues, sei es das russische Volkslied „Kalinka“, bei dem das Publikum mitwirkte, sei es der alte Soulsong „Sunny“.

Ganz zarte, anrührende, poetische Klänge hatte zuvor 
„Kraja“ geboten. Nach mehreren Anläufen, die an Terminproblemen gescheitert waren, hatte es das KFZ endlich geschafft, das schwedische Frauenquartett nach Marburg zu holen. Mit wunderbar harmonierenden Stimmen präsentierte es hauptsächlich schwedische Volksweisen, die es für sich neu komponiert hat.

Das Festival eröffnet hatte das Ensemble „Beltane“ aus Mainz. Erstmals bei der Nacht der Stimmen erklangen deutsche Volkslieder und vor allem viele Kompositionen von Friedrich Silcher aus dem 19. Jahrhundert, bei denen es oft um romantische, das heißt vergebliche oder verlorene Liebe ging. Bei „Ännchen von Tharau“, „In einem kühlen Grunde“ oder „Der König von Thule“ konnte manch einer leise mitsummen.

von Manfred Schubert

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