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Vielschichtige Bilder wachsen langsam

Ausstellung Vielschichtige Bilder wachsen langsam

Wuchtige Türme aus Holz und sehr plastische Ölmalerei sind derzeit in einer Doppelausstellung in der Galerie Schmalfuss ausgestellt.

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Galerist Michael W. Schmalfuss (links) stellt schon zum wiederholten Mal Arbeiten von Bernd Schwarting aus.Foto: Mareike Bader

Marburg. „Bernd Schwarting ist quasi ein alter Bekannter“, das sagt Galerist Michael W. Schmalfuss über den in Berlin und Schleswig-Holstein lebenden Künstler. In der Tat hat Schwarting seine Malerei schon mehrfach bei Schmalfuss ausgestellt, zuletzt vor drei Jahren.

Auf die Frage, mit wem Bernd Schwarting gerne zusammen ausstellen möchte, nannte dieser Klaus Hack. Michael W. Schmalfuss kannte Hack zwar aus Architekturausstellungen, dass die beiden Künstler jedoch bereits vor elf Jahren eine gemeinsame Ausstellung in Marburg hatten - das erfuhr er erst später. Unter dem Titel „Kahleby“ zeigten sie damals ihre Werke beim Marburger Kunstverein.

Zwar haben beide in der Zwischenzeit auf Messen gemeinsam ausgestellt. So intensiv wie bei der jetzigen Ausstellung hätten sie seit 2002 aber nicht mehr zusammengearbeitet, erzählt Bernd Schwarting im Gespräch. 35 Werke sind in Marburg ausgestellt.

Skulpturen mit Wucht und filigranen Details

Zur Vernissage in der Galerie Schmalfuss war Klaus Hack leider verhindert, da er bereits einer Ausstellungseröffnung in Bautzen zugesagt hatte. Seine ausgestellten Holzskulpturen verzaubern mit filigranen Details und teilweise wuchtigen Größe. Die Skulptur im Eingangsraum im Steinweg mit dem Titel „Babel 1“ besteht aus einem 142 Zentimeter großen Lindenholz-Stamm. Bei näherem Betrachten faszinieren die vielen Fenster des Turmes. Oben sind viele kleine Fenster zu sehen, unten fallen die sehr dünnen Streben auf. Neben den Türmen sind auch Altäre wie der „Babelaltar“ zu sehen, die sich sogar verschließen lassen.

Wie bei Klaus Hack findet sich auch in den Gemälden von Bernd Schwarting das Spiel mit der Oberfläche, sowie dem mit Farbe und Nichtfarbe wieder. Seine Ölgemälde in sehr unterschiedlichen Formaten bestechen durch ihren plastischen Eindruck.

Die Arbeit an einem großen Bild wie „Die Unkeler I“ (Öl und Kohle über Kaltnadelradierung) ziehe sich lange hin, erzählt Schwarting. Über ein Jahr hat er dafür gebraucht. Schicht über Schicht hat er die dicke Ölfarbe aufgetragen. Wie leuchtend gelbe Sonnenblumen sticht es im kleinformatigen „Unkelby V“ (Öl auf Leinwand) hervor. Die ersten Schichten sind noch ganz dünn, die späteren werden immer fester. Es sei ein Wachstumsprozess im Bild und im Malen, sagt Schwarting. Der Farbton verändere sich die ganze Zeit über, erst ganz am Schluss sei das Ergebnis sichtbar.

Die Ausstellung ist bis zum 7. Dezember zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis18.30 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr.Von Mareike Bader

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