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Viel Witz und etwas Wehmut

Letzte Show von FaberhaftGuth Viel Witz und etwas Wehmut

Dietrich Faber und Martin Guth gehen künftig getrennte Wege. Nach 20 Jahren Kabarett-Ehe kein leichter Schritt. Jetzt verabschiedeten sie sich in der Waggonhalle von ihren Marburger Fans.

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Das Erfolgsduo FaberhaftGuth ist Geschichte – vorerst zumindest: Dietrich Faber und Martin Guth gegen künftig getrennte Wege und planen Solo-Karrieren.

Quelle: Hannah El-Hitami

Marburg. Wenn mehr Haare aus der Nase als auf dem Kopf sprießen, und man nicht nach, sondern schon vor dem Sex einschläft, dann stellt sich die Frage: Werd ich gerade alt? Mit diesem und anderen Problemen des Lebens beschäftigten sich am Dienstagabend in der Waggonhalle Dietrich Faber und Martin Guth.

Obwohl das Duo FaberhaftGuth schon seit 20 Jahren gemeinsam auf der Bühne steht, sind dem Gelächter des Publikums im ausverkauften Saal nach zu schließen zumindest ihre Witze noch lange nicht alt geworden.

Trotzdem war der Abend in der Waggonhalle ihre letzte gemeinsame Aufführung des Programms „Erlebniswarmduscher“, in dem viel Spaß aber auch eine gehörige Portion Gesellschaftskritik steckt.

So ein „Erlebniswarmduscher“ ist zum Beispiel der Urlauber, der in der freien Natur ganz alleine über die Alpen pilgern will - mit iPad. Mit viel Wortwitz wird der Medienwahn von Faber und Guth kritisiert: Wer nur im Internet lebt, stürzt schließlich ab wie ein Computer. Genauso ironisch besingen sie den „kleinen Mann“, der sich ständig über „die da oben“ beschwert und dabei meist mehr meint als er weiß.

In ihren kurzen Geschichten greifen die beiden zu Klavier, Melodika und Gitarre, entführen ihr Publikum in Saunen mit Salami-Aspik-Aufguss und erzählen auch gerne mal aus dem Privatleben - des jeweils anderen. Dabei stellen sie nicht nur ihren Humor, sondern auch ihr Schauspieltalent unter Beweis. Immer wieder schlüpft Faber in die Rolle des aufdringlichen alten Schulfreundes, des Tankwartes oder des Saunaaufgussmeisters. Herbert Grönemeyer wird genauso authentisch imitiert wie Helge Schneider.

Wie alt die beiden Kabarettisten nun tatsächlich sind, wird nicht genau verraten. Doch zur baldigen Geburtstagsfeier wird das Publikum prompt eingeladen. Denn schließlich habe man in den letzten Jahren viel Zeit und schöne Stunden miteinander verbracht. „Wir sind ja jetzt gute alte Freunde“, meinen die beiden.

Auch die Besucher der Waggonhalle würden FaberhaftGuth wohl gerne bald einmal wieder sehen. Doch die widmen sich jetzt erst mal ihren jeweiligen Soloprojekten. Martin Guth, der auch Komponist aller gemeinsam aufgeführten Lieder ist, geht mit seiner Solo-Show „Meine Frau, ihr Mann und Ich“ auf Tour. Dietrich Faber ist mit seinem neuen Roman „Der Tod macht Schule“ unterwegs, dem Nachfolger seines erfolgreichen Debüts „Toter geht’s nicht“.

„Wir werden aber in engem Kontakt bleiben und wieder mal ein Projekt zusammen machen“, verspricht Faber. Also eine Trennung auf Zeit, atmet der FaberhaftGuth-Fan auf. Schließlich kennen sich die beiden schon seit ihrer Schulzeit, wo sie gemeinsam Musik gemacht haben. Immerhin: mit ihrem Bandprojekt sind die beiden noch eine Weile zusammen auf der Bühne zu sehen.

von Hannah El-Hitami

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