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Viel Applaus für feinsinniges Trio

Marburger Schlosskonzerten: Finsterbusch-Trio Viel Applaus für feinsinniges Trio

Mit ihrem feinen, ausgewogenen Spiel überzeugte am Wochenende das international renommierte Finsterbusch-Trio. Ausdrucksstark und gefühlvoll nahm es die knapp 190 Zuhörer mit auf eine Zeitreise.

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Andreas Finsterbusch, Christoph Starke und Christoph Bachmann begeisterten das Publikum bei den Schlosskonzerten im Fürstensaal.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Seit 25 Jahren spielen Violinist Andreas Finsterbusch, Bratschist Christoph Starke und der Cellist Christoph Bachmann bereits zusammen. Diese Erfahrung zeigte sich am Samstagabend bei den Marburger Schlosskonzerten immer wieder.

Etwa beim kontrastreichen Streichtrio d-Moll op. 141b von Max Reger, das die Musiker sehr ausdrucksstark interpretierten. Gerade im ersten Satz erklang die vielschichtige Komposition wie aus einem Guss. Wunder­schön wanderte die Melodie in einer absteigenden Linie von der Geige über die Bratsche zum Cello, ohne dass ein Übergang zu hören war.

Stark interpretiert war auch der dritte Satz, bei dem die neoklassizistischen Ansätze Regers besonders ausgeprägt sind. Hier begaben sich die drei Stimmen in einen faszinierenden Dialog mit immer wieder wechselnden Konstellationen. Im zweiten Satz bestachen die Streicher durch sehr viel Gefühl, mit dem sie die verschiedenen Variationen des Themas ausdrückten.

Saalakustik unterstützt Instrumentenklang

Was viele nicht wissen: Auch Max Reger kann, wie Heinrich Schütz, als Komponist mit 
 Marburg verbunden werden. Er 
hatte Kontakt zur Familie Braun-Elwert, Zeichnungen seiner Besuche sind bis heute erhalten.
Eröffnet wurde das Konzert mit der Triosonate C-Dur, BWV 529 von Johann Sebastian Bach, die ursprünglich für die Orgel komponiert wurde.

Herrlich leicht ergänzte sich der Klang der drei Instrumente, der von der Akustik des Fürstensaals wunderschön getragen wurde. Leicht und mit einem geschickt gewählten Tempo entwickelten die Streicher Bachs Musik. Etwas, was der Komponist stets schätzte und von seinen Schülern auch forderte.

Eine Herausforderung hatte Cellist Bachmann zu meistern: Er wurde von der untergehenden Sonne stark geblendet. Im Spiel war ihm das jedoch nicht anzumerken. Mit Mozarts Divertimento Es-Dur, KV 563, beschloss ein Meisterwerk den Abend, das zu den gattungsbildenden Werken des Streichtrios zählt.

Schwungvoll befreite Menuette

Großartig verstand das Finsterbusch-Trio die Balance zu finden zwischen den unterhaltsamen und den kompositorisch ausgetüftelten Seiten des Divertimentos. Immer wieder sprang Finsterbusch an der Geige im zweiten Satz von extrem hohen zu sehr tiefen Tönen. Der Satz war geprägt von einer starken Ausdruckstiefe, in der sich der Zuhörer verlieren konnte.

Umso schwungvoller und befreit erklangen dagegen die beiden Menuette sowie das Andante mit seinem schlichten, volkstümlichen Thema. Auch hier bewegten sich die Musiker stellenweise in ungewohnten Höhen. So spielte Starke an der Bratsche manchmal fast so hoch wie die Geige, die wiederum auch mal sehr tief zu hören war, und auch das Cello erklang ungewohnt hoch.

Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus und vereinzelten Bravo-Rufen. Als Zugabe spielte das Finsterbusch-Trio ein verstecktes Trio aus einem Menuett-Satz aus Beet­hovens Streichtrio Es-Dur op. 3.

von Mareike Bader

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