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Videokunst trifft auf Malerei

Marburger Kunstverein: Ausstellung von Barbara Ehrmann Videokunst trifft auf Malerei

Faszinierende Bewegungen, spannendes Material und künstlerische Vielfalt bestechen in den Werken von Barbara Ehrmann, die ab diesem Freitag im Kunstverein zu sehen sind.

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Mit Malerei, Skulpturen und Videoprojektionen drückt Barbara Ehrmann ihre ­Erfahrungen aus.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Die Ausstellung ­„breathe“, die diesen Freitagabend mit einer Vernissage ab 18 Uhr im Kunstverein eröffnet wird, zeigt mit Barbara Ehrmann nur eine Künstlerin.

Abwechslungsreich ist die Ausstellung trotzdem. Die Künstlerin habe mit den Bewegungen in ihren Werken, dem Material und der Vielfalt überzeugt, so der Vorsitzende Dr. Gerhard Pätzold. Denn Barbara Ehrmann drückt sich nicht nur in der Malerei aus, sondern auch mit Skulpturen und Videoprojektionen.

Mit diesen drei Mitteln verarbeitet sie ihre Eindrücke, die sie bei Wüstenreisen und besonders beim Apnoetauchen, also ohne Atem-Gerät, gewonnen hat. Die Taucherlebnisse hat sie vor allem in den Unterwasser-Videoprojektionen dokumentiert, mit denen sie seit 2013 arbeitet. Wesentlich mitgestaltet werden diese Arbeiten von ihrem Ehemann Alexander Nelles, mit dem Barbara Ehrmann seit 2002 ein eigenes Atelierhaus in Ravensburg unterhält. Nelles, der eigentlich kein Künstler ist, zeichnet sich bei den Projektionen etwa für den Schnitt und die Musik mit Experimentalklängen verantwortlich. Im Kunstverein werden die Kurzvideos als Großprojektionen im Untergeschoss zu sehen sein. Darin sieht man etwa, wie Ehrmann zwischen Skulpturen taucht, die ins Wasser eingelassen sind.

„Aus ihren Taucherfahrungen entstehen Ideen und Vorstellungen für ihre Papierarbeiten, aber auch für ihre Skulpturen“, berichtet Dr. Gerhard Pätzold. Das Besondere bei den Malereien ist das verwendetete Material, denn Barbara Ehrmann verwendet für ihre Zeichnungen mit reduzierter Formensprache gewachstes China- und Japanpapier, das sie mit Acryl, Sprühlack, Tusche oder Wachs weiterbearbeitet. Es entstehen Arbeiten, die zu einem zweiten Blick einladen, vor allem von nahem.

Titel der Ausstellung ist 
„breathe“, der Bezug auf die erste Unterrichtsstunden im Apnoe-Tauchen nimmt ( Foto: Bader). Damals war die Künstlerin beim Auftauchen vor lauter Begeisterung ganz atemlos und musste von ihrem Lehrer daran erinnert werden, einen tiefen Atemzug zu nehmen: „breathe, Barbara, breathe“. Barbara Ehrmann studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Malerei und intermediales Gestalten, lebt und arbeitet heute in Ravensburg am Bodensee. Zur Vernissage am Freitag wird die Künstlerin anwesend sein. Die Einführung übernimmt Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker aus Radolfzell.

Für die ihre Einzelausstellung in Marburg hat Ehrmann eigens ein Werk erstellt. Die über sechs Meter breite Zeichnung „Gegenströmung“ begrüßt die Besucher im Saal des Obergeschosses im Kunstverein. Dort hängen die erst beim näheren Betrachten ­filigranen Arbeiten. Denn anders als im Foyer, wo die Arbeiten auf Holz gezogen sind, hängen im Saal die bearbeiteten Papierseiten schwebend nur mit feinen Nadeln befestigt. „Es schwebt alles“, sagt Dr. Gerhard Pätzold über die Ausstellung. Insgesamt 24 Arbeiten sind zu sehen, es hätte locker das doppelte sein, wie Pätzold berichtet. Aber Kunst muss auch wirken können.

Neben den Taucherfahrungen spiegeln sich in Ehrmanns Malereien Eindrücke aus ihren Reisen nach Afrika, das sie seit Mitte der 90er-Jahre bereist, wider. Dort hat sie auch prähistorische Felsbilder und Chiffren in der Sahara erkundet. Aktuelle Nachrichten, insbesondere Flüchtlingsdramen, verarbeitet die Künstlerin in plastischen Figuren aus Gips, Draht, Kunststoffschläuchen und Acrylfarbe. Die Skulpturen mit dem Titel „Transit – Überleben“ wirft sie die Frage der gegenseitigen Verantwortung auf.

  • Die Ausstellung „breathe“ wird diesen Freitag um 18 Uhr eröffnet und ist bis zum 13. Oktober im Kunstverein zu sehen.

von Mareike Bader

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