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Verwirrspiel um Gut und Böse mit Bleibtreu und Vogel

Neu im Kino: Stereo Verwirrspiel um Gut und Böse mit Bleibtreu und Vogel

Regisseur Maximilian Erlenwein vereint in seinem Mystery-Action-Spektakel „Stereo“ Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel als ungleiche Helden, die irgendwann ihren Rollen nicht mehr zuzuordnen sind.

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Erik (Jürgen Vogel, rechts) ist verzweifelt. Wer ist Henry (Moritz Bleibtreu), den nur er sehen kann? Foto: Wild Bunch

Quelle: Stephan Rabold

Marburg. Idylle kann so trügerisch sein und dabei so viel Unbehagen auslösen. Nicht nur, weil man das Glück, den Frieden, die Schönheit einfach nicht ertragen kann. Sondern weil da etwas Böses lauert, sich ganz langsam in diese Idylle schleicht und sie irgendwann zerstört.

Regisseur Maximilian Erlenwein („Schwerkraft“) spielt in seinem Mystery-Action-Thriller „Stereo“ ganz virtuos mit diesen Bildern und schafft damit eine Atmosphäre, die nur schwer auszuhalten ist. Ständig schickt er den Zuschauer auf die falsche Fährte oder lässt ihn ganz einfach im Ungewissen.

Erik (Jürgen Vogel) hat sich in eine solche Idylle zurückgezogen, genießt dort die Zeit mit seiner Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) und deren kleinen Tochter Laura und ist ganz glücklich mit seiner kleinen Motorradwerkstatt. Doch irgendwie will er in diese Welt nicht passen. Das spürt der Zuschauer von der ersten Sekunde an, spätestens wenn die etwas morbiden Wohnmobile mit dubiosen Gestalten an Eriks Werkstatt vorbeifahren.

Denn mit den Gaunern, dass sie solche sind, wird schnell klar, taucht auch plötzlich Henry (Moritz Bleibtreu) auf, ein unangenehmer, prolliger Kapuzenmann, der unerwartet und geisterhaft immer wieder bei Erik erscheint, ihn anpöbelt, zur Rede stellt. Und der Erik an seinem Verstand zweifeln lässt. Denn niemand außer ihm sieht Henry, Eriks Schutzengel, der Sensemann, ein Geist aus der Vergangenheit, ein Hirngespinst? Eine vage Antwort gibt Erlenwein erst zum Ende hin.

Ein Verwirrspiel von Gut und Böse, Realität und Illusion, dem oft nur schwer zu folgen ist, vielleicht auch, weil sie kaum homogen erzählt werden kann. Denn irgendwie scheint das alles nicht zusammenzupassen - tut es auch nicht. Genau das macht den Reiz von „Stereo“ aus. Dieser Film ist unberechenbar, ebenso wie seine Protagonisten Erik und Henry. Da ist nichts so wie es am Anfang zu sein schien. Dass die Idylle nicht überlebt, war schließlich vom ersten Moment klar.

Viele Besucher der OP-Sneak-Preview im Cineplex zeigten sich nach dem Film positiv überrascht. „Zwei deutsche Stars in absoluter Hochform. Ein Thriller nach dem Vorbild von ‚Fight Club‘“, wertete Sebastian Ohrmann. „Endlich mal wieder ein toller deutscher Film. Unbedingt anschauen“, empfahl Daniel Falkner. Andere Zuschauer kritisierten dagegen, dass die Story stellenweise zu unrealistisch sei. „Spannend, aber nicht immer nachvollziehbar“, fand auch Joanna Buryn-Weitzel. Je zwei Freikarten gehen an: Michael Kurz (Cölbe), Katharina Schmitz (Kleinseelheim), Lisa Paul, Ulrike Czogalla und Stephan Fischer (alle Marburg). Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Cineplex.

von Britta Schmeis

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