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„Verteufelte Zeiten“
 mit einem Happy End

Hamburger Ohnsorg-Theater „Verteufelte Zeiten“
 mit einem Happy End

Rund 600 Zuschauer sahen am Donnerstag den Schwank „Verteufelte Zeiten“. Am Ende gab es viel Applaus für das Ohnsorg-Ensemble mit Christin Deuker aus Gemünden.

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Darauf einen Klaren: Knecht Jan Spin (Wolfgang Sommer, von links) kriegt Magd Taline (Beate Kiupel) und Marie (Christin Deuker) ihren Jungbauern Heiko (Patric Dull).

Quelle: Ohnsorg-Theater

Marburg. Die 50er- bis 70er-Jahre waren die große Zeit des Hamburger Ohnsorg-Theaters.­ Das Fernsehen brachte die norddeutschen Komödien in jedes Wohnzimmer, viele Aufführungen waren – dank Heidi Kabel und Henry Vahl – Straßenfeger.

Bis heute steht der Name Ohnsorg für Boulevard-Unterhaltung – und bis heute zieht der Name: 600 Zuschauer sahen am Donnerstag die harmlose Komödie „Verteufelte Zeiten“ von Karl Bunje aus dem Jahr 1947. Dem Schlussapplaus nach zu urteilen, wurden sie bestens unterhalten mit einer Nachkriegsgeschichte: Jungbauer Heiko (Patric Dull) brennt und trinkt gemeinsam mit Knecht Jan Spin (Wolfgang Sommer) lieber Schnaps als nach den Kühen zu sehen. Magd Tanine (Beate Kiupel) ist so etwas wie die Ersatzmama – und sie hat auf dem Hof eindeutig die Hosen an.

Dann gibt es noch das schüchterne Flüchtlingsmädchen ­Marie, bezaubernd gespielt von Christin Deuker aus Gemünden. Gendarm Fied (Dieter Schmitt) und seine Tochter Helga (Luisa Rhöse), ein „Flittchen“ in roten Kleidern, runden das Bühnenpersonal ab. Der Zweite Weltkrieg wird nur indirekt angesprochen, das Grauen überhaupt nicht thematisiert. Vor dem Hintergrund einer bitteren Zeit sollte die Komödie „schwerelose Heiterkeit“ verbreiten.

„Helden“ des Stückes sind nicht die Jungen, sondern die „Alten“: Magd Tanine treibt Jungbauer Heiko souverän die Flausen aus und ihn zielstrebig in die Arme von Marie, denn „die kann arbeiten“. Die meisten Lacher hat Wolfgang Sommer, der sich als bauernschlauer Knecht mit einem goldenen Herzen durch die zweistündige Komödie trinkt.

von Uwe Badouin

 
 
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