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Verschachteltes Rätsel 
um verlorenes Gedächtnis

Kinostart: „Remainder“ Verschachteltes Rätsel 
um verlorenes Gedächtnis

Filme, in denen nach ­einem Gedächtnisverlust nach der Vergangenheit geforscht wird, gibt es ­viele. So weit wie die Hauptfigur im Film ­„Remainder“ ging dabei aber kaum jemand.

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Nach seinem Gedächtnisverlust versucht Tom (Tom Sturridge), 
alte Erinnerungen zu wecken.

Quelle: Piffl Medien

Was macht man, wenn einem eine üppige Entschädigung in den Schoß fällt – aber das Gedächtnis ist weg und man weiß nicht, was passiert ist.

Man könnte natürlich dem Rat des Anwalts folgen, sich mit dem Geld einen netten Neuanfang gönnen und nicht zu viele Fragen stellen. Aber für den Helden des Films „Remainder“ ist das keine Option. Denn da sind Erinnerungs-Fetzen, die ihn quälen: ein Haus, eine alte Frau im Treppenhaus, ein Junge, dessen Gesicht er nicht deutlich sehen kann.

Also geht der junge Mann, gespielt von Tom Sturridge, einen radikalen Weg: Er versucht, die Realität aus seinen Visionen nachzubauen, Element um Element. Das viele Geld macht es möglich. Das Haus wird gefunden, geräumt und umgebaut.

Für die Rollen der Figuren aus seiner Erinnerung werden Statisten gefunden und eingekleidet. Es geht um die Kombination von Bewegung, Gerüchen und Tönen, die für uns Situationen aus der Vergangenheit lebendig machen können. „Nur wenn jedes Detail stimmt, kann es funktionieren!“

Regie-Debütant als visueller Poet

Regisseur Omer Fast, der in Israel geboren wurde und in Berlin lebt, ist eigentlich ein bekannter Videokünstler. Seine Installationen fanden Platz in großen Museen und Galerien in New York, London oder Wien. Für die Kunstwerke verarbeitete er Eindrücke aus dem Holocaust, den Kriegen in Afghanistan und dem Irak oder vom Schicksal eines Asylsuchenden in Großbritannien.

„Remainder“ ist sein erster Spielfilm – und das Thema ist gleich ein hartes Pflaster. Schließlich gab es in den vergangenen Jahren so viele Filme mit Gedächtnisverlust, dass die Zuschauer auf viele mögliche Wendungen schon vorbereitet sind.

Regisseur Fast kann aus dieser Erwartungsblase zum einen dank der Bestseller-Vorlage von Tom McCarthy ausbrechen, auch wenn er aus ihr – wie fast bei jeder Filmadaptation – viel Komplexität herausdampfen musste. Dann sind es aber auch die Bilder, die den Film aus der Reihe fallen lassen.

Der schlafwandlerische Rhythmus, das Gefühl, mit den Augen des Mannes ohne Gedächtnis zu sehen, das mal harte, mal warme Licht. Omer Fast mag als Regisseur ein Debütant sein, als visueller Poet ist er es nicht.

  • Der Film läuft im Filmkunsttheater Atelier.

von Andrej Sokolow

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