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Verbrechen im Bild

Foto-Ausstellung zur Criminale Verbrechen im Bild

Mord und Totschlag und einige andere Verbrechen mehr haben Mitglieder der Foto-Community-­Marburg in Szene gesetzt. Ihre Ausstellung begleitet die 30. Criminale.

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der Finsternis“

Die Foto-Community Marburg zeigt im Rathaus eine Ausstellung zur Criminale.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Das „Syndikat“ kommt in die Stadt. Die Gruppe deutschsprachiger Kriminalautoren veranstaltet vom 17. bis 23. April in Marburg zum 30. Mal ihren Branchentreff, Criminale genannt.

Und wenn so viel künstlerisch-kriminalistisches Potenzial in Marburg zu Gast ist, kann man sich des Themas doch einmal auch fotografisch annähern, dachte sich die 
 Foto-Community-Marburg, ein Zusammenschluss von Fotografen in der Universitätsstadt.

Ein OP-Artikel vor rund einem Jahr hatte Andreas Maria Schäfer auf diese Idee gebracht, erzählte er bei der Vernissage der Ausstellung am Sonntag im Marburger Rathaus. Bei der Umsetzung des Projekts haben die beteiligten Fotografen gemerkt, dass jeder schon „viele eingeprägte Bildvorstellungen“ in sich trage.

Damit jeder seine eigene Position zum Thema findet, gab es gemeinsame Shootings – die übrigens mit der Polizei abgesprochen waren. Und um in die Rollen von Tätern wie auch Opfern zu schlüpfen, haben sich auch die Fotografen vor ihre Linsen gewagt.

Schäfer: keine moralischen Grenzen überschritten

23 der inzwischen 65 Mitglieder der Foto-Community sind mit insgesamt 70 Bildern auf der Ausstellung vertreten. Zu sehen sind ganz unterschiedliche Umsetzungen und Aspekte. Künstliches Blut und echte Waffen, gestellte Szenen und inszenierte Tode, Knochen, Schädel, Handschellen, Fesseln – die meisten haben sich in ihren Arbeiten mit Gewaltverbrechen auseinandergesetzt. Aber auch ein (gerade sehr aktuelles) Thema wie Wirtschaftskriminalität wurde aufgegriffen. „Achtung, schockierende Bilder“, warnt dennoch ein Schild am Eingang der Ausstellung. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt.

Es habe alle beschäftigt, in welcher Verantwortung man als Fotograf im Kontext der künstlerischen Freiheit stehe – „ohne moralische Grenzen zu überschreiten und rechtliche Vorschriften einzuhalten“, erklärte Andreas Maria Schäfer. Die Besucher sollen die Ausstellung im Sinne von Thomas Mann betrachten, der sagte: „Ein Künstler muss in derselben Verfassung an sein Werk gehen, in der der Verbrecher seine Tat begeht“.

Stilecht finden sich am Ausstellungsort im Erdgeschoss des Rathauses menschliche Umrisse auf dem Boden wie an einem Tatort. Einzelne Bilder waren übrigens schon an verschiedenen Orten im Landkreis zu sehen, bevor die komplette Ausstellung nun wenige Tage vor der Criminale eröffnet wurde.

Geöffnet ist die Ausstellung noch bis zum 24. April, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

von Nadja Schwarzwäller

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