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Verbeugung vor einer Rocklegende

„Play the 
Game – A Tribute to Freddie Mercury“ Verbeugung vor einer Rocklegende

Badewanne und goldener Sessel, Barhocker und Klavier – lasset das Spiel beginnen. „Play the game“ ist eine Hommage von Schauspieler Artur Molin an Freddie Mercury. Eine würdige.

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Einfach mitreißend: Artur Molin begeistert bei seinem „Tribute“ an Freddie Mercury.

Quelle: Merit Engelke

Marburg. „Ich lebte für die Kunst, ich lebte für die Liebe.“ Freddie Mercury lebte, als gäbe es kein Morgen. Bis es 1991 tatsächlich kein Morgen mehr für ihn gab. Der Sänger der legendären Rockband Queen starb mit gerade einmal 45 Jahren an den Folgen seiner Aids-Erkrankung.

Über sein kurzes, wildes Leben und sein musikalisches Genie, das ihn unsterblich gemacht hat, gäbe es ganze Abende zu erzählen. Artur Molin, Ensemblemitglied des Hessischen Landestheaters, aber macht nicht den Fehler, in seinem „Tribute“ einen Anspruch auf biographische oder diskographische Vollständigkeit zu erheben. Er wirft Schlaglichter, erzählerisch auf die Bühne und mit Foto- und Filmmaterial auf eine Leinwand, eine Stunde lang.

Das genügt, um total gebannt zu sein, und zuhause sofort wieder eine alte Queen-Platte hören zu wollen. Während die Zuschauer in die „Black Box“ kommen, liegt Molin bereits in der Badewanne. Freddie badete jeden Tag – der Whirlpool war seine Spielwiese, wie man später erfährt. Molin spielt aber nicht Freddie.

Er spielt seinen langjährigen Freund Jim Hutton – neben Mary Hutton, mit der Freddie ebenfalls eine langjährige Beziehung hatte, einer der „großen Songs“ im unsteten Leben des Künstlers. Immer wieder interpretiert er aber auch Lieder. Und das grandios.

Während die darstellerischen Szenen in ihrer Dramaturgie nicht unbedingt zwingend wirken, gelingt Artur Molin mit jedem Ton ein Kunststück. Man hat nicht das Gefühl, da wolle jemand Freddie imitieren (was sowieso zum Scheitern verurteilt wäre) und trotzdem wird die Magie des Ausnahmekünstlers heraufbeschworen. Auch wenn der mit herausgestreckter Zunge auf der Leinwand erscheint, sobald Molin zu „It’s a kind of magic“ ansetzt.

Molin singt fantastisch und verursacht Gänsehaut – sowohl bei den zarten Stücken wie auch unter der wuchtigen E-Gitarre – Michael Lohmann als musikalische Begleitung ist ebenfalls ein absoluter Kracher. Nach jedem Lied gab es Szenenapplaus vom Premierenpublikum. Und am Ende wurden Artur Molin und Michael Lohmann völlig zu Recht gefeiert. Natürlich geriet das rhythmische Klatschen irgendwann zum Einstieg in „We will rock you“ und die Zuschauer sangen die Zugabe begeistert mit.

Die nächsten Vorstellungen von „Play the 
Game – A Tribute to Freddie Mercury“ finden am 1. und am 13. November in der Black Box des Hessischen Landestheaters statt.

von Nadja Schwarzwäller

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