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Vaupel: "Historischer Stadtumbau" in Marburg

Ernst-von-Hülsen-Haus von außen fertig Vaupel: "Historischer Stadtumbau" in Marburg

Baustellen prägen aktuell das Marburger Stadtbild. In drei Jahren wird die Innenstadt ein anderes Gesicht haben. Das Ernst-von-Hülsen-Haus ist außen bereits fertig. Jetzt soll das Innere saniert werden. Spenden wie die des Rotary Clubs Marburg, sind wesentliche Bausteine für den Erfolg.

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Das Unimuseum vor dem Beginn der Renovierungsarbeiten. Die Fassade ist fertiggestellt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) spricht von einem „historischen Stadtumbau“, dessen Dimensionen derzeit vor allem an den vielen Baukränen in der Innenstadt zu erahnen sind: Zentrale Universitätbibliothek im alten botanischen Garten, Deutscher Sprachatlas auf dem ehemaligen Brauereigelände, Stadthalle und Ernst-von-Hülsen-Haus – Stadt und Philipps-Universität befeuern den Bauboom.

100 000 Euro für den barrierefreien Ausbau hat OB Vaupel zugesichert.  „Wir wollen die ganze Stadt barrierefrei gestalten“, betonte Vaupel, der auf die enge Zusammenarbeit mit dem Uni-Präsidium verwies.  „Vieles geht nur gemeinsam.“
Vaupel hat auch den Umbau der Biegenstraße vor Hülsen-Haus und Stadthalle in den Haushalt eingestellt. Rund 2,9 Millionen Euro soll der „Platz der Kulturen“ kosten. Baubeginn ist – abhängig von der Zustimmung der Stadtverordneten – 2015. Die „Kulturmeile“ zwischen Kunstverein, Kino, Museum und Stadthalle gewinnt an Konturen.

Land Hessen steuert fünf Millionen bei

Der prächtige Bau in der Biegenstraße ist das Zentrum der kunst- und kulturgeschichtlichen Fächer der Universität sowie Sitz des Kunstmuseums. Der Bau resultiert aus einer großen Stiftung: Er wurde der Philipps-Universität 1927 zum 400. Gründungsjubiläum vom Marburger Universitätsbund geschenkt.

Auf ein ähnliches bürgerschaftliches Engagement zielt auch die Spendenkampagne „Kunst braucht Raum - Mehr Museum für Marburg“, mit der die Philipps-Universität Spenden für die Sanierung des Museums sammelt. Es ist ein äußerst ehrgeiziges Programm, das sich die Universität zum Ziel gesetzt hat. Die Universität hofft, 1,3 bis 1,5 Millionen Euro bei Marburger Bürgern, Unternehmen und Organisationen an Spenden allein für den ersten Bauabschnitt zu sammeln. „Jeder Spenden-Euro wird von der Universität verdoppelt“, betont Professor Dr. Joachim Schachtner, Uni-Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement.

Rund fünf Millionen Euro stellte das Land Hessen für die nun abgeschlossene Außensanierung bereit. Die Innensanierung wird ebenfalls auf rund fünf Milllionen Euro geschätzt – dafür hat die Universität die Spendenkampagne „Kunst braucht Raum“ gestartet, die bislang 280 000 Euro erbrachte. Weitere Zusagen von anderen Spendern liegen nach Auskunft von Schachtner bereits vor.

Rotary-Kalender bringt knapp 7000 Euro fürs Museum

Am Dienstag sind noch einmal 6812,73 Euro hinzugekommen. Gespendet wurde das Geld vom Rotary Club Marburg an die Freunde des Universitätsmuseums, die das Geld direkt an das Museum weiterreichen. Es ist der Erlös aus dem Verkauf des Rotary-Kalenders „Perspektiven 2014“, der historische Marburg-Ansichten aus den Jahren 1870 bis 1930 zeigt.

Regina Leimbach, 2013/14 Präsidentin des RC Marburg, Michael Preusse, Präsident der noch jungen Rotary-Stiftung Landgraf Philipp von Hessen, und Dr. Bernhard Conrads, Mitinitiator des Kalender-Projekts übergaben das Geld an Horst Piringer und Bernd Höhmann, 1. und 2. Vorsitzender der „Freunde des Marburger Universitätsmuseums“. Der Verein möchte die Patenschaft für das Foyer des Museums übernehmen und plant dafür weitere eigene Spenden-Aktionen.

Horst Piringer ist überzeugt: „Nur durch die tätige Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ist es möglich, unser Universitätsmuseum so zu verändern, dass es sich den Besuchern für alle zugänglich, modern und hell präsentiert.“ Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Universitätsmuseums, ist positiv überrascht von der Spendenfreudigkeit der Marburger für das Museum. Er sprach von „beispielgebendem bürgerschaftlichen Engagement“, das über die Spenden hinaus eine weitere Kommunikation ermögliche.

Teileröffnung für 2016 geplant

Die Planungen der Philipps-Universität sehen vor, die Innensanierung in zwei Bauabschnitte zu teilen. Der erste Bauabschnitt wird etwa drei Millionen Euro kosten, rund zwei Millionen Euro sind nach Angaben von Otterbeck für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen.

Vizepräsident Schachtner hofft, dass das Haus 2016 zumindest in Teilen der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden kann. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) habe der Universität eine großzügige Unterstützung insbesondere für den barrierefreien Ausbau des Museums zugesagt.

Der zweite Bauabschnitt kann erst begonnen werden, wenn das international bedeutende Archiv Foto Marburg, einer der Hauptnutzer des Gebäudes, ausgezogen ist. Die Planungen dafür sind bereits angelaufen.

von Uwe Badouin

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