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Urkomische Rittertragödie

Don Quijote Urkomische Rittertragödie

Von Wahn und Wunsch, von Traum und Realität, vor allem aber von der Liebe einer Enkelin zu ihrem recht wunderlichen Großvater erzählt „Don Quijote“. Am Sonntag war Premiere.

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Schauspieler-Ehepaar Seite an Seite auf der Bühne: Gergana Muskalla spielt die Enkelin Mari, Sebastian Muskalla den schrulligen Großvater Don Quijote.

Quelle: Ramon Haindl

Marburg. Wer eine möglichst textnahe Interpretation von Miguel de Cervantes Saavedras Ritterroman „Don Quijote“ erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Wer sich aber auf eine sehr freie Annäherung an einen 400 Jahre alten Klassiker voll Spielwitz, Tempo und aberwitzigen Einfällen mit einer Prise Tragik einlässt, der wird von Fabian Sattlers Bühnenfassung genauso begeistert sein wie das Premierenpublikum in der ausverkauften Black Box des Theaters am Schwanhof.

Die gut 100 Zuschauer feierten sowohl die Inszenierung als auch die schauspielerischen Leistungen von Franziska Knetsch, Stefan A. Piskorz sowie des Schauspieler-Ehepaars Gergana und Sebastian Muskalla mit lang anhaltendem Beifall. Sebastian und Gergana Muskalla trennen im wahren Leben fünf Jahre, in „Don Quijote“ sind es zwei Generationen.

Wie bei der großen Vorlage gibt es auch bei Sattler einen „Ritter von der traurigen Gestalt“, den das Publikum nicht zuletzt wegen der mitreißenden Leistung Sebastian Muskallas einfach ins Herz schließen muss. Von so einem Großvater dürften viele Kinder träumen, Eltern, die so einem Opa ihre Kinder anvertrauen, aber dürften sich die Haare raufen.

Auch Sattlers Don Quijote holt sich beim Kampf gegen eine Windmühle blaue Flecken. Er verfolgt mit Schirm, Charme und Motorradmütze einen Jogger quer durch die mit einem einfachen aber variabel zu bespielenden Holzpodest bestückte Black Box oder montiert in einer der vielen urkomischen Szenen einem Eintracht-Frankfurt-Fan während eines Fußballspiels die Satellitenschüssel ab.

von Uwe Badouin

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag in der gedruckten OP.

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