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Universitätschor zeigt sich in Bestform

Semesterabschlusskonzert Universitätschor zeigt sich in Bestform

Seit Nils Kuppe vor zwei Jahren die Leitung des Unichores übernommen hat, sind die Besucherzahlen der Konzerte immer weiter angestiegen. So voll wie beim Semesterabschlusskonzert war die Universitätskirche selten.

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Gesucht und gefunden: Bezirkskantor Nils Kuppe am Dirigentenpult und der Universitätschor passen gut zusammen, wie das Konzert am Wochenende einmal mehr zeigte.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. „Das ist das am zweitbesten besuchte Konzert des Unichores“, freuten sich die Chor-Mitglieder an der Abendkasse. Die Programmgestalter rund um Mathias Weyel hatten sich für das Semesterabschlusskonzert auch einige musikalische Leckerbissen einfallen lassen.

Gleich drei Werke erklangen zum ersten Mal in Marburg – darunter das atmosphärische „Vidi speciosam“ von William Todd, das noch nicht im Druck erschienen ist. Das 2012 entstandene Werk des amerikanischen Komponisten ist eine äußerst interessante Komposition, die die textverständliche Tradition des gregorianischen Chorgesangs mit moderner Harmonik kombiniert. Die 60 Sängerinnen und Sänger setzten die harmonischen Spannungen wunderbar um und hielten trotz der Länge und Schwere des Stückes wunderbar die Spannung. Aber auch bekannte Werke, wie „Immortal Bach“ des im vergangenen Dezember verstorbenen Knut Nystedt, standen auf dem Programm.

Passend zum Valentinstag, der am Samstag gefeiert wurde, stand das Konzert unter dem Motto „Von Liebe und Tod“ und zog mit geistlichen und weltlichen Chorwerken einen interessanten Bogen über etwa 500 Jahre Musikgeschichte. Neben modernen Vertonungen wurden auch Madrigale aus dem 16. Jahrhundert gesungen und auch sprachlich war es mit Deutsch, Englisch, Latein und Französisch sehr abwechslungsreich.

Gitarren-Trio lockert Konzert auf

Mit den „Chansons francais“ von Poulenc und Johann Sebastian Bachs „Unser Leben ist ein Schatten“ erklangen auch zwei weitere Werke, die vom Unichor bislang noch nicht aufgeführt wurden. Bei letzterem nutzte Nils Kuppe geschickt die Architektur der Universitätskirche. In den Proben wurde die Position der Stimmgruppen lange ausgetestet, berichtete Kuppe nach dem Konzert. Drei Chormitglieder, die hinten auf der Empore platziert waren,  sorgten für ein sehr interessantes Klangspiel mit dem großen Chor vorne im Altarraum.

Eine kleine Abwechslung zum A-cappella-Gesang bot ein Gitarren-Trio, bestehend aus Arne Kühr, Joachim Hausdörfer und Knut Kramer. Bei ihren beiden Auftritten zeigten sie, wie vielfältig die Konzertgitarre und auch die dazugehörige Konzertliteratur sein kann. Besonders die modernen, spanischen Kompositionen luden zum Mitwippen ein.

Der Unichor und Nils Kuppe wirken als hätten sie sich gesucht und gefunden. Sie begeisterten mit bemerkenswerter Präzision, etwa bei „Lord, let me know mine End“ von C. Hubert H. Parry, das ebenfalls zum ersten Mal in Marburg erklang. Diese wechselnden Stimmungen wurden vom Unichor hervorragend umgesetzt und mit einer punktgenauen Zäsur nach jedem Absatz abgeschlossen.

Nach den Sonderprojekten, dem Chorleiterwechsel und dem Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr war dies das erste Routinekonzert seit drei Jahren, hieß es bei der Begrüßung. Mathias Weyel freute sich, dass der Unichor wieder einige weniger bekannte Werke auf dem Programm stehen hatte – etwas wofür der Chor eigentlich bekannt ist. Die Planungen für das nächste Semester laufen bereits, Weyel versprach auch dafür wieder ein „abgefahrenes Programm“.

von Mareike Bader

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