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Unichor bricht in neue Klangsphären auf

Semesterabschlusskonzert Unichor bricht in neue Klangsphären auf

Unter der Leitung von Bezirkskantor Nils Kuppe präsentierte der Unichor in der Universitätskirche ein ungewöhnliches, dreigeteiltes Konzert. Das Konzept ging auf.

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aus dem hohen Norden

Der Unichor unter der Leitung von Nils Kuppe begeisterte in der Marburger Unikirche das Publikum.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nils Kuppe und die jungen Sängerinnen und Sänger des Unichores haben für ihr Semesterabschlusskonzert eigene, „Epochen“ genannte Sinnabschnitte mit jeweils drei Werken entwickelt.

Betitelt wurden sie mit den Begriffen „Klangrede“, „Klangwogen“ und „Klangsphären“. Der Chor wollte mit der Regel brechen, Musik und Komponisten ausschließlich chronologisch zu ordnen. So findet sich in allen drei „Epochen“ je ein Werk aus dem Barock, der Romantik und eine zeitgenössische Komposition.

Getrennt wurden die Abschnitte durch zwei Intermezzi, in denen Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum an der Orgel und der Bariton Anselm Richter improvisierten. Organist und Sänger reagierten aufmerksam aufeinander und boten einen gelungenen Kontrast zu den Chorwerken.

Klangteppich aus Stimmen

Unter dem Titel „Klangrede“ begann das erste Konzertdrittel. Bei dem Eröffnungswerk von Heinrich Schütz, der ab 1602 zwei Jahre in Marburg studierte, hatte sich der Chor in zwei Gruppen auf den Emporen verteilt. Die beiden Gruppen führten Dialoge, die Musik schwang wie bei einem Echo grandios in der hohen Kirche hin und her.

Als der Chor wieder wie gewohnt vorne Platz nahm, folgte ein Werk des Romantikers Ernst Friedrich Richter. Abgeschlossen wurde die erste Epoche mit einer Vertonung des Hoheliedes 3,6 von Will Todd, dessen Musik schon zum Thronjubiläum von Elisabeth II. in London zu hören war. Todd hat die einzelnen Stimmen geschickt zu einem Klangteppich verwoben.

In der zweiten Epoche mit dem Namen Klangwogen folgten je ein Werk von Samuel Scheidt und Albert Becker. Die Stücke waren sehr passend gewählt, die Lautstärke schwoll an, ebbte ab, und der Gesang wogte von einer Stimme zur anderen.

Als drittes Werk wurde eine Vertonung des Stammbaumes Jesu aus dem Lukas-Evangelium von Arvo Pärt gesungen. Der zeitgenössische, eigenwillige Komponist hat mit einfachen Mitteln ein beeindruckendes Werk geschaffen. Es endete damit, dass der Chor final ein ergreifendes Amen gen Himmel sang.

Dirigent führt Chor sicher

Im letzten Drittel des Konzertes präsentierte sich der Chor unter dem Titel Klangsphären emotional in mitreißender Hochform. Der Wandel von tiefster Trauer in jubelnde Freude in dem Psalm 126, 5-6 wurde vom barocken Komponisten Johann Hermann Schein vertont.

Nach einem ermunternden und dichten Werk von Wilhelm Berger endete das Konzert vorerst mit einem Stück des Amerikaners Frank Ticheli, der das Gedicht „There will be rest“ von Sara Teasdale vertont hat. Die hoffnungsvollen Zeilen hat Ticheli wunderbar verarbeitet. Der Chor nahm den Zuhörer mit in eine melancholische und schöne Welt, in der Frieden zu finden ist.

Stürmischer Applaus und jubelnde Pfiffe waren das verdiente Lob des begeisterten Publikums an den Chor und seinen Leiter Nils Kuppe, der die jungen Sängerinnen und Sänger hochkonzentriert, begeisternd und sicher durch das Programm führte. Mit einer Zugabe von Ola Gjeilo endete ein unterhaltsamer Konzertabend.

von Helene Mönckemeyer

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