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Unheimlich und einfühlsam zugleich

OP-Filmtest: „Conjuring 2“ Unheimlich und einfühlsam zugleich

Wenn zwei Experten für Dämonen extra aus den USA nach London gerufen werden und der Film dazu auch noch vom Horror-Meister James Wan in 
Szene gesetzt ist, dann ist Gänsehaut im Kinosessel vorprogrammiert.

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Kreuze sollen die junge Janet Hodgson (Madison Wolfe) vor einem Dämonen schützen, der ihr Haus heimsucht.

Quelle: Matt Kennedy / Warner Bros. Entertainment

Marburg. Horrorfilme sind immer wieder für Überraschungen gut an der Kinokasse. Das legendäre „Blair Witch Project“ etwa von 1999, das weltweit ein Vielfaches seiner Kosten einspielte. Auch „Conjuring – Die Heimsuchung“ verblüffte bei seinem Start im Juli vor drei Jahren in den USA. Damals mussten sich die Dämonologen Ed und Lorraine Warren um ein verfluchtes Farmhaus in Rhode Island kümmern. In der nun anlaufenden Fortsetzung „Conjuring 2“ werden die beiden Experten nach London gerufen.

James Wan, der als Regisseur oder Produzent schon Gruselstreifen wie „Saw“ und „Annabelle“ ins Leben gerufen hat, zeichnet nach „Conjuring – Die Heimsuchung“ nun auch für die Fortsetzung verantwortlich. Ed und Lorraine werden erneut verkörpert von Vera Farmiga und Patrick Wilson; in einer kleineren Rolle ist Franka Potente („Lola rennt“) mit dabei.

Ed und Lorraine Warren bekommen es mit einem besonders rätselhaften Fall zu tun: Im Londoner Enfield des Jahres 1977 werden eine alleinerziehende Mutter und deren vier Kinder von einem Dämonen heimgesucht. Peggy Hodgson hat es ohnehin nicht leicht, der Mann ist weg, eines der Kinder stottert, und von den Wänden des Hauses bröckelt der Putz – und nun macht der Dämon den Hodgsons das Leben zur Hölle. Besonders auf Janet hat es dieser abgesehen, schließlich spricht der Dämon gar durch das kleine Mädchen, bemächtigt sich ihrer Zunge: „Das ist mein Haus!“

Grusel ohne billige Schockeffekte

Auch dieser Film greift auf ein paar bekannte, im Horror-Genre längst etablierte Stilelemente zurück. Da ist das Spielzeugauto, das genauso ein Eigenleben entwickelt wie die Fernbedienung des TV-Geräts. Da sind die quietschenden Dielen und Streicher-Crescendi, die auch im Bereich der musikalischen Flankierung für Gänsehautstimmung sorgen.

Die Inszenierung aber verzichtet über fast die komplette Länge des Films auf billige Schock
effekte und unnötige digitale Spielereien. Stattdessen führt uns James Wan, den man trotz seiner jungen Jahre (geboren 1977) schon fast als Altmeister des Horrors titulieren muss, ein ums andere Mal vor Augen, mit was für einfachen Mitteln man auch im 21. Jahrhundert noch für Gruseln sorgen kann: mit dem Gesicht eines zitternd unter einer Decke verharrenden Kindes etwa, mit einem über eine weiße Wand huschenden, dunklen Schatten.

Mit 133 Minuten ist „Conjuring 2“ für einen Gruselstreifen recht lang geraten. Der Film profitiert aber von seiner Länge, ermöglicht diese doch dem Regisseur ein im Vergleich zu anderen Filmen des Genres erstaunlich vielschichtiges Werk.

„Conjuring 2“, der sehr unheimlich ist, zugleich aber auch lustige Szenen parat hält, erzählt auf einfühlsame Weise von den Leiden der Hodgsons. Die Armut der Familie ist dabei genauso Thema wie die Abwesenheit des Vaters. Auch lässt der Film lange offen, ob die kleine Janet (stark gespielt von der Amerikanerin Madison Wolfe) den Horror vielleicht nur simuliert und all ihre durch Entbehrungen und das Fehlen des Vaters hervorgerufenen Ängste mit somnambulen Fantasien zu kompensieren sucht.Schließlich geht es in „Conjuring 2“ auch um die Liebe zwischen Ed und Lorraine Warren: In der so kitschigen wie rührenden Schlussszene findet James Wan für diese Liebe wunderbare Bilder.

von Matthias von Viereck

 

Conjuring 2 erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: oscarreif mit der Note 3,6 (Bestnote ist 4,0)

Zuschauermeinungen :
„Endlich mal wieder ernstzunehmender Horror mit tollen Charakteren und richtiger Spannung.“
Christian Koch (27) aus Masserberg

„Absoluter Schocker.“
Julia Zimmermann (20) aus Gießen

„Horrorfilm des Jahres – bin sprachlos.“
Andre Wagner (18) aus Kirchhain

„Fühle mich jetzt selbst verfolgt.“
Annalena Hagenbrock (18) aus Kirchhain

„Einschüchternd.“
Josephine Robinson aus Marburg

„Danke, James Wan! Ich wollte heute sowieso nicht mehr schlafen.“
Tobias Kornemann (21) aus Kirchhain

Die Gewinner :
Je zwei Freikarten gehen an: Jonas Schröder, Annalena Hagenbrock, Tobias Kornemann (alle aus Kirchhain), Michael Paulukat aus Marburg und Steven Korba aus Stadtallendorf. Die Karten werden zu‑
 geschickt.

Die OP-Hitparade :
1. Deadpool (3,65)
2. Carol (3,62)
3. Conjuring 2 (3,6)

 
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