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Ungewöhnliche Flötentöne

Frankfurter „Flötenspektakel“ bei Marburger Schlosskonzerten Ungewöhnliche Flötentöne

Viele bekannte Melodien standen in der Kugelkirche auf dem Programm des Ensembles „Flötenspektakel“. Acht Flötistinnen präsentierten vielseitige Klänge. Besonders die große Kontrabassflöte wurde bestaunt.

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Die ungewöhnliche und schwierig zu spielende Kontrabassflöte überraschte viele Zuhörer beim Konzert des Frankfurter Ensembles „Flötenspektakel“.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Sehr abwechslungsreich präsentierten sich die acht Musikerinnen vom Frankfurter „Flötenspektakel“ in der kleinen Kugelkirche: Jedes Stück wurde in einer anderen Aufteilung gespielt, immer wieder wechselten die Flötistinnen ihre Positionen. Neben ihren normalen C-Querflöten hatten die Musikerinnen Piccoloflöten und Alt- und Bassquerflöten dabei, die auf und neben dem Altar zum Wechseln bereit lagen.

Vor allem eine Flöte hatte es den Besuchern angetan: „Seit letztem Jahr sind wir glückliche Besitzerinnen einer Kontrabassflöte“, erklärte Imke Papst-Affeldt, als sie die verschiedenen Flöten dem Publikum vorstellte. Schon während der Pause suchten einige der 130 Zuhörer den Kontakt zu den Musikerinnen, um sich die Instrumente erklären zu lassen. Großer Anziehungspunkt war natürlich die außergewöhnliche Kontrabassflöte, die von einem Fuß am Fußboden gestützt wird und zwei Oktaven tiefer als eine herkömmliche Querflöte klingt.

Das indianische Abendlied „Evening Rise“ eignete sich hervorragend, um die verschiedenen Stimmlagen vorzustellen. Bei dem spirituellen und ruhigen Lied waren die einzelnen Stimmen sehr gut wahrnehmbar – auch wie tief und leise eigentlich die Kontrabassflöte klingt. Im Duett mit der Piccoloflöte waren immer wieder die großen Klappen der Flöte zu hören. Es sei anstrengend diese Flöte zu spielen, bestätigte Natascha Siao im Gespräch: „Da braucht man schon viel Luft.“

Aus ihrer japanischen Heimat stammte das Lied „Cioccolata d’amore“ von Yasuhide Ito, das die Flötistin Kaori Ioka für das „Flötenspektakel“ arrangiert hat. Das Stück beschreibt mit Schokolade und Liebe nicht nur zwei süße Dinge, sondern klang auch sehr süß und romantisch.

Abfahrt einer Dampflok fasziniert das Publikum

Des Weiteren standen viele bekannte und eingängige Melodien auf dem Programm wie Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“, Bachs 3. Brandenburgisches Konzert oder Ravels „Pavane (Pour une Infante Défunte)“. Die Kugelkirche, an diesem Abend eigentlich nur als Ausweichort für die Marburger Schlosskonzerte, bot eine wunderbare Akustik für das vielseitige Spiel der acht Flötistinnen.

Beim modernen „Abfahrt einer Dampflokomotive“ von Tilo Medek sorgten die acht Flötistinnen für richtige Zugatmosphäre in der Kugelkirche. In allen Stimmlagen pusteten die Musikerinnen in ihre Flöte, bis sich der „Zug“ allmählich akustisch in Bewegung setzte. Wild durcheinander spielten sie sich wiederholende Themen, die mit flirrenden Stimmen und gelegentlichen Pfiffen den Lärm, Dampf und das Quietschen einer alten Dampflok sehr gut darstellten.

Zum Abschluss des Abends wurde es noch einmal modern. Zu Dirko Juchems jazzigem „Double Wind“ spielten die Musikerinnen mit teilweise ganz ungewöhnlichen Techniken. Annette Klose-Schwarz stand dazu an der Kontrabassflöte, ganz wie sonst Kontrabassisten gerade beim Jazz. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus und wurde mit einer Wiederholung von „Evening Rise“ verabschiedet.

von Mareike Bader

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