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Ubbelohde-Preis fördert Engagement

Preisträger geehrt Ubbelohde-Preis fördert Engagement

Landrat Robert Fischbach hat gestern Abend die Otto-Ubbelohde-Preise 2013 überreicht. Seit 1987 wurden 109 Personen und Vereine ausgezeichnet: In diesem Jahr wurden Brigitte Koischwitz, Eckhard Hofmann, Jürgen Homberger und der Verein Dialekt im Hinterland geehrt.

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Eckhard Reitz (von links), Gerhard Schmidt, Doris Gillmann, Reiner Wagner, Jürgen Schneider, Ingrid Bach, Otto Uhsat (alle Verein Dialekt im Hinterland), Dr. Karsten McGovern (Erster Kreisbeigeordneter), Brigitte Koischwitz, Landrat Robert Fischbach sowie Eckhard Hofmann und Jürgen Homberger beim Preisträgerfoto im Biedenkopfer Schlosshof.Foto: Manfred Schubert

Biedenkopf. Der Rahmen ist festlich, dem Anlass angemessen: Der Landkreis wählt für die Auszeichnung seit Jahren sein Biedenkopfer Schloss aus. Seit 1987 ehrt der Kreis mit dem nach dem berühmten Maler und Illustrator Otto Ubbelohde benannten Preis Personen und Vereine, die sich in herausragender Weise um die Förderung der Kultur, Heimatpflege und Geschichte des Landkreises bemühen.

Mit dem Otto-Ubbelohde-Preis wurden in diesem Jahre die Autorin Brigitte Koischwitz aus Römershausen, das Autorenteam Eckhard Hofmann und Jürgen Homberger aus Ebsdorfergrund und der Verein Dialekt im Hinterland ausgezeichnet. Der wichtigste Kulturpreis des Landkreises ist mit je 1000 Euro dotiert.

Der Preis habe für die Ausgezeichneten einen sehr hohen ideellen Wert, betonte Landrat Robert Fischbach in seiner Laudatio. Er biete umgekehrt für den Landkreis „eine schöne Möglichkeit, Frauen, Männer, Vereine und Gruppen sowie Initiativen auszuzeichnen, die sich in besonderer Weise kulturell engagiert oder aber sich durch ihre künstlerische Leistung hervorgetan haben“. Obwohl bereits 30 Vereine und Gruppen sowie 79 Personen, darunter 25 Frauen, ausgezeichnet worden seien, habe der Preis nach wie vor eine hohe Anziehungskraft: Allein für den Preis 2013 seien 67 „sehr starke Bewerbungen und Vorschläge“ eingegangen, betonte Fischbach.

Brigitte Koischwitz wurde für „ihr Jahrzehnte währendes Engagement für das Leben auf dem Dorf und für den Landkreis“ ausgezeichnet. In zahlreichen Büchern, Gedichten, Kolumnen und als Ein-Frau-Theater stelle sie auf amüsante Art das dörfliche Leben dar. Ihre Dankesrede geriet zu einer poetischen Liebeserklärung an den Kreis und ihr Heimatdorf. „Es hat viele Momente gedauert, um zu diesem Moment zu kommen. Es ist märchenhaft“, sagte sie.

Eckhard Hofmann und Jürgen Homberger aus dem Ebsdorfer Grund haben nach Ansicht der Jury „sowohl für die Hessische Vereinigung für Tanz und Trachtenpflege als auch für den Arbeitskreis Dorfgeschichte Dreihausen außergewöhnliche Publikationen erstellt“. Beeindruckt zeigte sich die Jury von ihren Arbeiten über den Alltag Mitte der 1950er Jahre sowie Sterben und Tod auf dem Lande. Die beiden Autoren dankten im steten Wechsel. Der Kreis seit liebens- und lebenswert, sagten sie: „Dieser Preis ist ein Anreiz für uns, weiterzumachen bei der Erforschung und Erhaltung der regionalen Kultur.“

Der Verein Dialekt im Hinterland bemüht sich intensiv und mit viel Geschick und Engagement um den Erhalt der Mundart im Hinterland, die ebenso wie in anderen Regionen des Kreises zu verschwinden droht. Für seine kreativen Ideen wie den „Plattschwätzkasde“ im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf und eine Dokumentation Hinterländer Dialekte auf zwölf CDs, die in der Zeit zwischen 2003 und 2010 erstellt wurde, erhielt der Verein den Ubbelohde-Preis. Gestartet wurde inzwischen mit der Philipps-Universität auch die Datenbank Hinterländer Mundart.

Der Vereinsvorsitzende Rainer Wagner sprach seine Dankesrede selbstverständlich in „Platt“. Auch er betonte: „Wir wollen uns auf diesem Preis nicht ausruhen, sondern eine Schippe drauflegen. Der Preis ist etwas ganz Besonderes für uns.“ Besonders war auch die Erwiderung des Landrats. Der kann nämlich auch „Platt schwätze“.

Den Festvortrag hielt Dr. Andreas Thiedemann. Der Bezirkskonservator bei HessenArchäologie in Marburg, dem früheren Landesamt für Denkmalpflege, ist zugleich Vorstand der neuen Genossenschaft in Gründung „Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum im Marburger Land“. Er sprach zu dem Thema „Von der Ausgrabung zum Museum – 20 Jahre archäologische Forschungen im Lahntal bei Niederweimar.“ Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Harfenistin Christa Werner.

von Manfred Schubert und Uwe Badouin

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