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Trio überrascht das Publikum

Jahresabschlusskonzert Trio überrascht das Publikum

Mit einem Potpourri mit Arien aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ und anderen wunderschönen Werken sorgte das Trio „Compagnia di Punto“ für hervorragende Unterhaltung mit einigen Überraschungen.

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Das Jahresabschlusskonzert der Schlosskonzerte mit Compagnia Di Punto im Hessischen Staatsarchiv ließ die Zuschauer beziehungsweise Zuhörer still genießen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Verein der Marburger Musikfreunde ist den meisten eher durch die im Sommer stattfindenden Marburger Schlosskonzerte bekannt. Das Jahresabschlusskonzert kurz vor Silvester im Hessischen Staatsarchiv zusammen mit dem Marburger Geschichtsverein erweitert seit vielen Jahren das Konzertprogramm und ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden. Das scheint auch das Publikum so zu sehen - was der ausverkaufte Land­grafensaal des Staatsarchivs wieder einmal belegte.

Und wieder wurde deutlich, wie gut sich der recht schmale Landgrafensaal mit seiner Holztäfelung für kleine Kammerensembles eignet. „Holz ist immer gut“, fand auch Alexander Scherf vom Kölner Trio „Compagnia di Punto“. Der Cellist führte auf sehr charmante Weise durch den Abend. Das war auch gut so, denn das Trio hatte kurzerhand das geplante Programm über den Haufen geworfen. Manche Werke wurden gestrichen, dafür andere wie das Terzetto in G-Dur von Franz-Anton Hofmeister ergänzt, und die Reihenfolge verändert. So begann das Konzert mit dem Divertimento Nr. 1 in D-Dur von Joseph Haydn, das ursprünglich erst nach der Pause geplant war. Das lag sicherlich auch an der Änderung der Besetzung des Trios. Annie Laflamme (Traversflöte) war erkrankt - „was oft passieren kann, wenn man als Musiker zur Weihnachtszeit in kalten Kirchen spielen muss“, wie Scherf es kommentierte. Sie wurde durch Gudrun Kop ersetzt, die sie durch ihr kurzfristiges Einspringen hervorragend kompensierte.

In der Papageno-Arie „Der Vogelfänger bin ich ja“ aus Mozarts „Zauberflöte“ zwitscherte Kop mit ihrer Traversflöte richtiggehend - die vielen Verzierungen des Trio-Arrangements taten das Ihrige dazu. Zuvor hatte Scherf erklärt, dass Opern-Potpourris, wie die „Compagnia di Punto“ es an diesem Abend spielten, im 18. Jahrhundert gängige Praxis gewesen seien, um beliebte Arien aus den Opern als Hausmusik hören zu können.

Beim Ratespiel musste der Cellist jedoch die richtigen Namen der „Zauberflöten“-Arien nur dank vieler Tipps dem Publikum entlocken. Auch zu den anderen Werken wusste Scherf Wissenswertes zu berichten. Die Vermittlung der Musik und ihrer Geschichte ist ein großes Anliegen des Ensembles. So erzählte er, dass Franz Danzi, dessen Trio Nr. 1 in G-Dur wie im Programm vorgesehen als Abschluss gespielt wurde, mit seiner Art ein Wegweiser für weitere Komponisten wie Carl Maria von Weber gewesen sei.

Wie zuvor zeigte sich hier das Trio „Compagnia di Punto“ mit einem schönen ausgewogenen Stimmenverhältnis und tollen Akzenten. Gudrun Kop an der Traversflöte und Mayumi Hirasaki an der Violine wechselten sich ab, ergänzt von Alexander Scherf am Cello. Mit den ausgesuchten Stücken, die stellenweise rasante Bewegungen enthielten, stellten sie ihr Können unter Beweis. Das Publikum bedankte sich mit warmem Applaus für das gelungene Jahresabschlusskonzert und wurden mit einer weiteren Arie, „Bei Männern, welche Liebe fühlen“, belohnt.

von Mareike Bader

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