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Traumwelten unter Wasser

Marburger Kunstverein: Ausstellung von Barbara Ehrmann Traumwelten unter Wasser

Wasser und Wüste: Die 
Extreme der Natur inspirieren Barbara Ehrmann zu ihren Kunstwerken. Seit Freitag sind ihre Zeichnungen, Skulpturen und Videos im Kunstverein zu sehen.

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Barbara Ehrmann vor ihrem Bild „My way“ beim Marburger Kunstverein.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Wüstenähnlich waren auch die Temperaturen bei der Vernissage, zu der etwas weniger Besucher kamen als gewöhnlich. Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker aus Radolfzell, führte in die Ausstellung ein.

Elementare Erfahrungen habe Barbara Ehrmann beim Apnoe-Tauchen gemacht und diese in ihrer Kunst verarbeitet, erläuterte er. Die sehr emotionalen Erlebnisse beim Tauchen ohne Sauerstoffflasche habe die Künstlerin in eine reduzierte, archaisch anmutende Bildsprache umgesetzt, so 
Dr. Gabelmann weiter.

Im Mittelpunkt von Ehrmanns Werken stehen die beiden Themen Wüste und Wasser, die auf ihre Reisen durch Afrika zurückgehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Zeichnungen auf gewachstem Japan- und Chinapapier. Das Wachs spiele eine wichtige Rolle, das wie eine zarte Haut über die Zeichnungen gelegt wurde, erklärte der Kunsthistoriker.

Schwere der Skulpturen als Metapher für Verletzlichkeit

„So entsteht eine mystisch-irreale Atmosphäre.“ Viele der Zeichnungen zeigen darüber hinaus symbolische Zeichen und lineare Spuren, die nach Aussage der Künstlerin „Sinnbilder für Existenzielles“ sind. Inspirationsquelle für diese Bilder waren die Felszeichnungen in Höhlen in der Zentralsahara, die Ehrmann besucht hat, so Dr. Gabelmann weiter.

Im Gegensatz zu den schwerelos wirkenden Unterwasserbildern stehen die plastischen Arbeiten Ehrmanns. Die expressiven Skulpturen sind aus Gips und Draht gefertigt und beschäftigen sich mit dem Thema der afrikanischen Flüchtlinge. Die Künstlerin sagte dazu: „Die physische Schwere der Skulpturen ist eine Metapher für unsere Verletzlichkeit.“

Neben den Zeichnungen und Skulpturen sind im Erdgeschoss der Ausstellung Videoinstallationen zu sehen. Sie zeigen in faszinierenden Bildern, wie die Künstlerin in schwebender Schwerelosigkeit um netzartige Skulpturen herum taucht.

„Wir sind nur Gast im Wasser“, sagte sie dazu. „Ohne Ausrüstung kann ich mich wie ein Fisch bewegen.“ Es gehe beim Apnoe-Tauchen um Ästhetik, nicht um Leistung, betonte sie weiter. Vieles unter Wasser erinnere an eine Traumwelt, etwa das freie Schweben, die große Stille oder die aufsteigenden Blasen.

Die Besucher der Vernissage am Freitag waren sehr angetan von den Kunstwerken. „Die Ausstellung macht neugierig und beeindruckt“, erklärte Anne Strecke aus Marburg. „Ich bin fasziniert von der Schwerelosigkeit und dem starken Ausdruck der Arbeiten in nur wenigen Farben“, meinte Lucie Matthäus-Jahn, die ebenfalls aus Marburg kommt. Auch der Marburger Edgar Zieser war begeistert: „Mir gefällt die Ausstellung sehr gut. Insbesondere die Arbeiten mit Wachs finde ich spannend.“

  • Die Schau mit dem Titel „breathe“ ist noch bis zum 13. Oktober zu sehen und zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr.

von Bettina Preussner

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