Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Traum von weltumspannender Musik

Trio Compass Traum von weltumspannender Musik

Eine Prise Jazz, eine Prise Folk, eine Prise Weltmusik - fertig ist der einzigartige Sound, den das „Trio Compass“ am Freitagabend am Kaiser-Wilhelm-Turm präsentierte.

Voriger Artikel
Bei „Literatur um 11“ geht‘s wieder los
Nächster Artikel
Romeo und Julia als Doppelgesicht

Eine Musik, die Kulturen und Menschen verbindet: Das „Trio Compass“ verzauberte auf der Waldbühne am Kaiser-Wilhelm-Turm. Von links: Deniz Köseoglu, Peter Hinz und Max Clouth.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Es war ein spätsommerlicher Abend, aber der nahe Herbst war schon deutlich zu spüren. Marburg lag tief unten im Dunst, hinter dem Horizont verschwand langsam die Sonne, und es wurde bald empfindlich kühl. Aber das „Trio Compass“ heizte den rund 80 Musikfreunden tüchtig ein und begeisterte mit ihrer ganz speziellen, mitreißenden Musik.

Los ging es mit einem Stück, das der türkische Musiker Deniz Köseoglu komponiert hat. Er spielte die Baglama, ein traditionelles türkisches Saiteninstrument, das vor allem in Anatolien verbreitet ist. Das Stück „Bosporus“ erzählte sehr anschaulich vom dahinfließenden Wasser, von der Weltstadt Istanbul und von den Menschen, die dort leben.

Inspiration aus Indien

Von Bandmitglied Max Clouth stammte das nächste Lied mit indischem Einschlag. Clouth musizierte hingebungsvoll auf seiner doppelhalsigen Lotus-Gitarre, die er sich extra hat anfertigen lassen. „Ich habe das Stück für einen befreundeten Tabla-Spieler geschrieben“, erzählte Clouth. „Die Begegnung mit der indischen Musik hat mich sehr inspiriert.“ Fröhlich und sonnig klang dieses Freundschaftslied, welches das „Trio Compass“ mit viel Engagement und sichtlicher Freude interpretierte.

Der Dritte im Trio war Peter Hinz an den Percussions, ein Musiker mit italienischen Wurzeln.

Hinz hatte eine ganze Schatzkiste mitgebracht, aus der er immer wieder die erstaunlichsten Instrumente hervorzauberte. Mal war es ein dumpf klingender afrikanischer Udu, mal eine helle Rassel, mal ein klapperndes Muschelband. Sehr gekonnt schlug er den Takt auf seinen Trommeln und setzte immer wieder überraschende Akzente.

Der Tod als bester Freund

Baglama-Spieler Köseoglu hat eine Vorliebe für den anatolischen Dichter Asik Veysel, dessen Gedichte er vertont hat. In seinem melancholischen Lied „Schwarze Erde“ ging es um den Tod, der manchmal der beste Freund sein kann. Köseoglu sang es mit viel Feingefühl und überzeugte mit seiner hellen und kräftigen Stimme.

Den Song „Dancing in Izmir“ hat der Musiker für Izmir geschrieben, wo er aufgewachsen ist und studiert hat. Hier leben auch seine Eltern und viele seiner Freunde.

Mit diesem lebensfrohen und heiteren Stück verabschiedete sich die Band nach einem spannenden Konzert von den Zuschauern, die sich wiederum mit einem stürmischen Applaus bedankten. Natürlich durften die drei Musiker dann nicht ohne eine entsprechende Zugabe von der Waldbühne gehen. Das „Trio Compass“ musiziert in dieser Formation erst seit Anfang des Jahres zusammen. Kern ist die deutsch-türkische Freundschaft zwischen Max Clouth und Deniz Köseoglu, die in Frankfurt leben. Beide träumen von einem sozialen und kulturellen Zusammenleben mit Musik, Theater und Literatur und sind viel in der Jazz-Szene unterwegs.

„Wir sind vom Konzept her ganz offen“, erklärte Clouth. Der Percussionist Peter Hinz kommt aus Mannheim.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr