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Training für Lachmuskeln

ZAC-Frühlingsvarieté in der Waggonhalle Training für Lachmuskeln

Eine Moderatorin mit Blumen im Haar, gefühlter Hochsommer bei einer sexy Lasso-Nummer und Training für Lachmuskeln im Winterschlaf - das „ZAC Frühlingsvarieté“ hält, was es verspricht: Frühlingslaune.

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Astrid Gloria führt als Frühlingsfee durch das Programm des ZAC-Frühlingsvarietés in der Marburger Waggonhalle.Foto: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Vielen Dank. Ich habe schon lange nicht mehr so gut gelacht.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich eine Zuschauerin bei der Premiere am Donnerstagabend von Astrid Gloria. Die Komödiantin, die viele Zuschauer noch als „Hertha Schwätzig“ kennen dürften, führt als knallbunte Frühlingsfee - blumenkranzgeschmückt und mit Topflappenbustier - durch den Abend. Und erklärt, dass Schokolade viel gesünder ist als Silikon und der Ursprung des Frühlings bei der „Göttin des dreckigen Gelächters“ zu suchen ist.

Wer sich auch schon immer gefragt hat, warum gewisse Dinge im Leben ganz plötzlich verschwinden (Männer und Socken zum Beispiel), während andere völlig unvermutet auftauchen (wie Poller beim Rückwärtseinparken), der ist bei Astrid Gloria genau richtig. Sie weiß vom erhebenden Gefühl zu berichten, wenn Mann und Frau sich begegnen, genau wie von „Orangenhaut mit ganzen Früchten“. Das erklärte Ziel von Gloria und den anderen Varieté-Künstlern: Frühlingsgefühle auf die Bühne zu bringen. Zum Genießen und Mit-nach-Hause-nehmen.

Schwungvoll im wahrsten Sinn des Wortes macht sich Kelly Laner Gonzales an diese Aufgabe. Die gebürtige Mexikanerin, die aus einer multikulturellen Artisten-Dynastie stammt, nimmt es in ihrer ersten Darbietung mit einer ganzen Ladung Hula Hoop-Reifen auf, bei ihrem zweiten Auftritt kommt sie dann als waschechtes Cowgirl daher und schwingt das Lasso - ein echter „Knaller“. Das bekommt einer der Zuschauer zu spüren, der flugs als „Speedy Gonzales“ (stilecht mit Sombrero) in die Show eingebunden wird.

Eine nicht ganz so weite Anreise wie Kelly Laner Gonzales als Südamerikanerin hat „Lokalmatador“ Juno. Der kommt aus der Südstadt und ist dieses Mal mit einem „Kokofon“ unterwegs - einem Urahn des modernen Handys in Form einer Kokosnuss. Die Frage ist dabei aber nicht „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“, sondern „Wie kommt die SIM-Karte in die Walnuss?“. Da hilft auch noch so genaues Hinschauen nichts. Bei einer zweiten Darbietung verzichtet Juno dann sogar ganz ungewohnt gänzlich auf Worte: Für die Zuschauer in jedem Fall wieder ein Highlight.

Hoch hinaus geht es im Frühlingsprogramm zur Abwechslung einmal nicht, dafür ist mit Frank Rossi aber ein Künstler mit dabei, der sozusagen aus der Tiefe seines Bauchs heraus arbeitet. Das Kaninchen und der Vogel, die Bauchredner Rossi zum Leben erweckt, entstehen als Figuren erst auf der Bühne: aus einem Tuch und aus Strickzeug. Übrigens sollte man sich nicht wundern: Das Kaninchen steht auf Ananas. Nicht auf Karotten und Salat? „Kannste doch nicht das essen, das Zeugs“.

Komplettiert wird das Ensemble des Frühlingsvarietés von zwei Handstandakrobaten. „Die 2 Trux“ standen schon lange auf der Wunschliste beim „ZAC Varieté“ - und nun wissen wir auch warum. Scheinbar unspektakulär setzen Claudia und Michael zu Hebefiguren an, die einen dann den Atem anhalten lassen. Lächelnd als ließe sich die Schwerkraft damit aushebeln, trägt sogar sie ihn auf Händen. Das Ganze ist wie ein Tanz in Musik eingebettet und ein echter Augenschmaus.

Das „ZAC Frühlingsvarieté“ ist noch an diesem Wochenende sowie vom 8. bis 12. Mai zu sehen.

von Nadja Schwarzwäller

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