Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
„Totentanz“ in der Faschingszeit

Kozert des UniChores „Totentanz“ in der Faschingszeit

Ein großes Konzert: Der Marburger Universitätschor sang gemeinsam mit der Bachwochenkantorei Dillenburg und dem Schlosschor Laubach in der Lutherischen Pfarrkirche das "Deutsche Requiem" von Brahms" und den "Totentanz" von Wilhelm Berger.

Voriger Artikel
Woody-Allen-Farce auf der Schulbühne
Nächster Artikel
Balloon Pilot: Schwereloser Pop mit viel Melancholie

Ein eindrucksvolles Bild: 120 Sängerinnen und Sänger sowie die Frankfurter Sinfoniker füllten den Altarraum der Lutherischen Pfarrkirche vollständig aus.Foto: Moritz Epp

Marburg. Begleitet wurden die 120 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Wolfgang Schult von den Frankfurter Sinfonikern. Zunächst erklang mit dem Totentanz von Wilhelm Berger ein fast schon vergessenes Werk des Komponisten, um dessen Wiederentdeckung sich der UniChor bereits seit Jahren verdient macht.

Die Vertonung von Goethes bekanntem Gedicht war seit seiner Uraufführung 1903 bis zum Donnerstag nie wieder erklungen. So mussten sämtliche Orchesterstimmen aus der einzig erhaltenen Partitur des damals berühmten Meininger Kapellmeisters herausgeschrieben werden. Das effektvolle Stück besticht durch teils dramatische Dynamikänderungen sowie ein rasantes Wechselspiel zwischen Chor und Orchester. Letzterem schienen die rhythmisch und agogisch anspruchsvollsten Passagen dabei hörbar schwerer zu fallen als dem insgesamt sehr souveränen Chor.

Die Frühfassung des Deutschen Requiems wurde von Johannes Brahms nach dem Tod seiner Mutter 1865 noch durch einen innig-tröstenden Satz mit Sopransolo ergänzt, das am Donnerstag von der Marburger Sopranistin Marion Clausen gesungen wurde. Sie überzeugte mit einer warmen und vollen Stimme, auch wenn vereinzelt größere intonatorische Klarheit zu wünschen gewesen wäre. Die Bariton-Partie wurde von Marcus Licher übernommen, der sich im Zusammenspiel mit dem Chor kraftvoll und ausdrucksstark zeigte, jedoch an einigen wenigen Stellen die rhythmische Präzision vermissen ließ.

Der Chor präsentierte sich bei diesem fordernden Programm auf hohem Niveau und konnte den Spannungsbogen bis zum Schlusssatz des Requiems aufrecht erhalten. Das konzentrierte und sparsame Dirigat Schults hätte mitunter noch mehr Gestaltungskraft haben können, führte Chor und Orchester aber zu einem die Zuhörer in der gut gefüllten Kirche beeindruckenden Konzerterlebnis.

von Lukas Hag

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr