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Tolle Stimmung vor und auf der Bühne

Yes Sir Boss Tolle Stimmung vor und auf der Bühne

Die Band aus Bristol gilt zu Recht als einer der spannendsten Live-Acts auf den britischen Inseln. Am Samstagabend machten sie Station im KFZ.

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Quelle: Jan Bosch;+4915771542578 www.jan

Marburg. „Yes Sir Boss“ nennt sich ein Sextett aus Bristol, das mit seiner als „Genrebusting“ betitelten Mischung aus Ska, Reggae, Rock und Funk nicht mehr nur auf der Insel die Beine der Fans in Bewegung hält. Am Samstag brachte die Band vor 150 Zuschauern im Marburger KFZ innerhalb von Minuten den Saal so zum Kochen, dass der frisch gefallene Schnee auf der Straße zu schmelzen begann.

Markenzeichen der Band ist sicher Frontmann Matthew Sellors, dessen kratzige Stimme mit markigem britischem Akzent und seinem virtuosen Spiel auf der Klampfe, den Sound unverkennbar macht. Schon beim ersten Stück war die Menge im KFZ nicht mehr zu halten.

Bassist Josh Stopford und Drummer Reuben Nimmoist bilden den unterschwelligen Groove-Motor. Stopford zimmert dezent aus dem Hintergrund seine Bassläufe zurecht, die ein unmittelbares Zucken des Körpers verursachen, dessen Taktfrequenz durch Nimmoist gezielt von einer Snare-Drum und ein paar Becken gesteuert wird. Leadgitarrist Luke Potter setzt dazu stets passende Riffs und Soli. Fertig wäre eigentlich die klassische Bandbesetzung.

Doch für die eingängigen Melodien von „Yes Sir Boss“, die zum größten Teil Ohrwurmcharakter haben und sofort das Tanzbein anregen, darf die Bläser-Section in gar keinem Fall fehlen. Trompeter Tom First und Jehan Abdel-Malak, die einzige Frau im Bunde, an diversen Saxofonen, bringen dem Sound die definitiv genreübergreifende Vielseitigkeit. Mit immer höher werdenden Tonfolgen heizen die Blechbläser die Stimmung an. Ihr Sound streut die jeweils nötige Feinwürze in den stilistischen Eintopf.

Ob rhythmischer Ska oder Balkan-Beat, die sechs Musiker bringen es immer auf den Punkt. Das vom Tanzen geschaffte Publikum war außer sich, als Trompeter First den Zuhörern noch ein trockenes Solo aus der Wüste Mexikos in die Erholungsphase drückte, an dem die legendären „Calexico“ ihre wahre Freude gehabt hätten.

„Yes Sir Boss“ entpuppten sind als wahre Wonne für Menschen mit bewegungsfreudigen Beinen. Noch sind sie auf dem Festland wenig bekannt, doch das wird sich sicher ändern. Von Reggae bis Rockgitarre, Genrebusting halt, überzeugten die sechs vollends ihr begeistertes Marburger Publikum.

von Jan Bosch

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