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Tolle Stimmen, ausgewogener Klang

Marburger Bachchor Tolle Stimmen, ausgewogener Klang

Mit Werken von Rheinberger und Jenner eröffnete der Bachchor am Freitag eine Konzertreihe zum 150. Geburtstag des ehemaligen Universitätsmusikdirektors Gustav Jenner.

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Mit Kraft, Präzision und Leidenschaft

Nicolo Sokoli (links) leitet seit vielen Jahren den ambitionierten Marburger Bachchor. Am Freitag begeisterte er mit einem Passionskonzert das Publikum in der Universitätskirche.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Mit den ausgesuchten Werken wurde der Bachchor sowohl Gustav Jenner als auch der kommenden Passionszeit gerecht. Sowohl Jenner als auch Josef Gabriel Rheinberger zählen zu den letzten Vertretern der Romantik. Auch sind die Werke der beiden heute nicht so oft in den Konzertsälen wiederzufinden, obwohl Rheinberger zu seiner Zeit in ganz Europa einen hervorragenden Ruf genoss und Jenner als der einzige Schüler Brahms’ bekannt war.

Die Pflege von Jenners Œuvre hat einen festen Platz im Repertoire des Marburger Bachchores. So war es nur passend, dass der aus rund 50 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor mit seinem Dirigenten Nicolo Sokoli die Konzertreihe zum 150. Geburtstag des ehemaligen Marburger Universitätsmusikdirektors eröffnete. Die Reihe, die an Jenners Geburtstag am 3. Dezember ihren Höhepunkt findet, wird vom Hessischen Musikarchiv durchgeführt, in dessen Bestand sich Jenners musikalischer Nachlass befindet.

Drei Psalmvertonungen und zwei Werke von Rheinberger

Der Bachchor führte drei kleinere Motetten Jenners auf, die zur Passionszeit passen. Die drei Psalmvertonungen, die alle in Marburg entstanden, spiegelten auch Jenners Tätigkeiten als Chorleiter in Marburg wider. Kräftig stimmte der Bachchor „Machet die Tore weit“ an, das herrlich feierlich interpretiert wurde und zum Schluss als Zugabe erneut gesungen wurde. Hier zeigten sich besonders gut der ausgewogene Chorklang des Bachchores und auch die erstaunlich stark besetzten Männerstimmen. Mit der lateinischen Vertonung „O vos omnes“ wurde das Publikum schön ruhig auf die Passionszeit eingestimmt.

Umrahmt wurden Jenners Motetten von zwei Werken von Josef Gabriel Rheinberger. Wunderbar setzte der Bachchor etwa die verschiedenen Stimmungen des „Stabat mater“ um, das zwischen tiefem, bedrohlichem und warmem, versöhnlichem Klang wechselte. Auch die zu Beginn des Konzertes aufgeführte Messe in f-Moll bestach durch ihre Vielseitigkeit, die vom Chor hervorragend umgesetzt wurde. So begann der Sopran die Messe mit dem „Kyrie“, wobei sie von Ralf Stiewe an der Orgel ein tolles, tiefes Fundament als Begleitung erhielten. Zusammen mit den anderen Stimmen vermischten sie sich zu einem wunderschönen Tongeflecht. Wie auch beim „Gloria“ leitete Dirigent Nicolo Sokoli mit einem kleinen Solo das „Credo“ ein, das jedoch im Gegensatz zum „Gloria“ wieder ein dichtes Stimmengeflecht präsentierte.

Der Text war sehr schön herausgearbeitet und mit einem „Amen“ quer durch alle Stimmen endete wunderschön dieser Teil des Ordinariums, das eine sehr besinnliche Atmosphäre verbreitete. Das Publikum bedankte sich mit langem kräftigem Applaus.

von Mareike Bader

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