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Tolle Show macht Lust auf mehr

Curtis Stigers im Congresszentrum Tolle Show macht Lust auf mehr

Was für ein Aufschlag: Der Jazzstar Curtis Stigers, 300 Zuhörer und die Veranstalter von Vila Vita ­waren rundum glücklich mit dem ersten Konzert im Congresszentrum der DVAG. Weitere sollen folgen.

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Curtis Stigers präsentierte sich im Marburger Congresszentrum als ausgezeichneter Sänger mit ­großen Entertainerqualitäten. Im Hintergrund sind Schlagzeuger Paul Wells und Gitarrist James Scholfield zu sehen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nach gut zweieinhalb Stunden gab es am Sonntagabend Standing Ovations für Curtis Stigers und seine Band. Den 1965 in Boise in Idaho geborenen Sänger und Musiker hatten Vila-Vita-Geschäftsführer Michael Hamann und sein Team für das erste Konzert im Saal des vor drei Jahren eröffneten Congresszentrums der Deutschen Vermögensberatung gewonnen. Ein Testballon für Vila Vita und den Veranstaltungsort. Ein erfolgreicher.

Curtis Stigers schrieb kurz nach der Show auf Facebook von einem großartigen Publikum und einem großartigen Veranstaltungsort. Er sei begeistert auch von Marburg und würde gerne wiederkommen, hatte der Sänger und Saxofonist noch während der Show beteuert.

Begeistert war auch Vila-­Vita-Geschäftsführer Hamann - von „dem musikalisch großartigen Künstler und seiner Band“, aber letztlich auch von dem Saal des Congresszentrums. „Der Raum eignet sich hervorragend für Konzerte. Wir sind alle sehr glücklich und angetan“, sagte er gestern der OP. „Es ist ein Veranstaltungsort mehr für Marburg, der eine gewisse Atmosphäre hat. Wir müssen uns damit vor Frankfurt nicht verstecken.“ Hamann machte klar, dass weitere Konzerte folgen sollen, „als Abrundung des normalen Programms und als zusätzliche Aufwertung des Congresszentrums“. Er könne sich ein bis zwei Konzerte pro Jahr vorstellen - wie beim Auftakt verbunden mit einer anspruchsvollen Gastronomie. Dies sei beim Publikum sehr gut angekommen.

Curtis Stigers in Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Tatsächlich atmete der multifunktionelle High-Tech-Saal Konzertatmosphäre - dank der geschickten Lichtstimmungen und der mit schwarzen Stoffbahnen abgehängten Bühne.

Auf der nahm mit Curtis Stigers ein Musiker Platz, der Anfang der 1990 Jahre mit der Popballade „I Wonder Why“ gleich mit seinem Debüt einen Welthit landete und danach fast in der Versenkung verschwand. „Ich weiß, einige Leute glauben ich sei längst tot. Aber ich lebe“, spielte Stigers diesem - falschen - Eindruck. Stigers hat immer Musik gemacht, insgesamt elf CDs eingespielt, im schnelllebigen Popgeschäft aber nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen können. Zudem hat er sich Ende der 1990er Jahre einen Stilwechsel verordnet - weg vom Pop, hin zum Jazz. Und seither kehrt der Erfolg zurück: langsam, aber stetig, auch wenn klar ist, dass Jazzer nie die Verkaufszahlen eines Popstars erreichen.

Begleitet von vier ausgezeichneten Musikern - Matthew Fries am Flügel, James Scholfield an der Gitarre, Cliff Schmitt am Kontrabass und dem herausragenden Schlagzeuger Paul Wells - präsentierte Stigers Jazzstandards, Balladen, und bisweilen recht rockige Coverversionen. Im ersten Teil dominierten Songs seiner aktuellen CD „Hooray für Love“, auf der er zehn, wie er sagt, „wunderschöne Liebeslieder“ eingespielt hat. Es sind meist ruhige, entspannte Songs im Stil des klassischen Bar-Jazz. Darunter sind George Gershwins „Love is here to stay“, Jerome Kerns „The Way you look tonight“ und „You make me feel so young“, das Frank Sinatra berühmt machte. Tatsächlich erinnert der 49-jährige Stigers ein wenig an Sinatra: Er ist ein toller Sänger und ein ausgezeichneter und charmanter Entertainer, der zu fast jedem Song eine Geschichte erzählt, immer wieder den Kontakt zum Publikum sucht.

Nach einer gut 30-minütigen Pause wurde der zweite Set deutlich rockiger, mit Blues-, Swing-, und Country-Elementen. Einfach wunderbar war die gefühlvolle Ballade „Don‘t go Far“. Bei der müsse er immer an seine 15-jährige Tochter Ruby denken. Eltern im Publikum, die ebenfalls Angst vor dem Auszug ihrer Tochter hätten, dürften ­ruhig weinen, meinte er schmunzelnd.

„This Life“ war sein letzter großer Hit. Es ist die Titelmelodie für „die blutige und mörderische“ Serie „Sons of Anarchy“ über eine Biker-Gang in den USA: Das ist klassische Singer-Songwriter-Musik, versetzt mit Rock- und Country-Elementen. Bei einer virtuosen Hommage an den US-Jazzpianisten Eugene Harris, mit dem Stigers als Teenager spielen durfte, konnten seine Musiker wie bei einer Jazz- Jam-Session zeigen, was sie drauf haben - eine ganze Menge. Es folgten natürlich sein großer Hit „I Wonder Why“ als coole Jazzversion und eine grandiose Coverversion von John Lennons Hit „Jealous Guy“.

Nach einer Zugabe endete ein abwechslungsreiches, mitreißendes Konzert.

von Uwe Badouin

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