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Tödliches Spiel um Macht und Geld

Seghers in Marburg Tödliches Spiel um Macht und Geld

Der Name Jan Seghers ist vielen Krimifans ein Begriff. Am Mittwochabend stellte der hessische Erfolgsautor und Erfinder von Kommissar Marthaler seinen jüngsten Roman im TTZ vor.

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Dieser Krimi ist politisch: Jan Seghers las am Mittwochabend im TTZ.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. „Die Sterntaler-Verschwörung“ heißt der neueste Krimi von Jan Seghers, und es ist der fünfte Fall, den Kommissar Marthaler zu lösen hat. Er spielt im Jahr 2008, als die Landtagswahlen in Hessen mit einem Patt endeten.

Der Ausbau des Frankfurter Flughafens, ein gigantisches Bauprojekt, stand damals auf dem Spiel. „Ich dachte, wenn es um so viel Geld geht, ist das immer interessant für einen Krimi“, erklärte Jan Seghers zu Beginn des Leseabends. Er hat daraus einen spannenden, elegant formulierten Krimi konstruiert, der von der genauen Beobachtung und lebendigen Beschreibung seiner Figuren lebt.

Die Handlung: Ein junger Mann findet bei einem Unfallopfer verbotene Fotos und will daraus Kapital schlagen. Aber er gerät an einen geheimnisvollen, mächtigen Gegner, mit dem nicht zu spaßen ist. Gleichzeitig wird in einem Hotelzimmer eine tote Journalistin gefunden. Kommissar Marthaler übernimmt den Fall und entdeckt bald, dass dahinter eine gefährliche Verschwörung steckt, in die höchste Stellen verwickelt sind.

Hintergrund der Geschichte ist die Affäre um die SPD-Kandidatin Andrea Ypsilanti, die sich 2008 mit den Stimmen der Partei „Die Linke“ wählen lassen wollte. Aber vier Mitglieder versagten ihr die Gefolgschaft und verhinderten das Bündnis. Daraufhin wurde Roland Koch von der CDU Ministerpräsident. Die Figuren in dem Krimi „Die Sterntaler-Verschwörung“ tragen sehr ähnliche Züge wie die realen Personen auf der damaligen Politbühne. Andrea Ypsilanti heißt hier Sabine Xanthopolous und Roland Koch tritt als Rolf-Peter Becker auf.

In der anschließenden Diskussion wurde Jan Sehgers gefragt, wie er beim Schreiben vorgehe. „Ich habe keinen Masterplan für meine Kriminalromane“, erläuterte er. „Wenn ich daran schreibe, versinke ich in diesem Kosmos. Oft weiß ich nicht im voraus, wie es weiter geht. “ Ungefähr zwei Jahre hat er an dem neuen Buch gearbeitet, ein Jahr davon waren Recherchen. Dabei hat er viele interessante Details zutage gefördert. „Bei dem, was ich recherchiert habe, brauchte ich nur das Rädchen ein bisschen weiter zu drehen“, so der Autor weiter. „Die Kampagne gegen Ypsilanti war durchgeplant.“

Jan Seghers heißt eigentlich Matthias Altenburg und wurde 1958 in Fulda geboren. Seit 2006 schreibt er auch Kriminalromane, alle drehen sich um die Hauptfigur Kommissar Marthaler.

Der Schriftsteller erhielt 1995 ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds und wurde 1998 mit dem Marburger Literaturpreis ausgezeichnet. Er arbeitet als Schriftsteller und freier Journalist und lebt in Frankfurt am Main.

Die Lesung im Tagungs- und Technologiezentrum TTZ war der Auftakt zu einer ganze Lesereihe unter dem Titel: „Obacht! Der Krimi ist politisch...!“. Veranstalter sind unter anderem die Buchhandlung Roter Stern und der Verein Kulturelle Aktion Marburg.

von Bettina Preussner

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