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Mal druckvoll, mal sehr emotional

Uhlenbrock Project Mal druckvoll, mal sehr emotional

Leidenschaftlich, kraftvoll, manchmal auch poetisch zart, so präsentierte Timo Uhlenbrock mit seinem „Uhlenbrock Project“ seine neue CD „Grounded“.

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Mit Energie und Spaß auf der Bühne: das Uhlenbrock Project mit Daniel Weis (Piano, Keyboard, Mandoline, von links), Timo Uhlenbrock (Gesang, akustische Gitarre), Patrick Bernhardt (Schlagzeug), Robert Powilleit (Bass) und Andreas Kraus (E-Gitarre).

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Bühnennebel, zuckende Scheinwerferblitze und ein Chorsatz der A-cappella-Band „Naturally 7“ leiteten den Auftritt des „Uhlenbrock Projects“ am Samstag in der Waggonhalle ein. Noch eindrucksvoller war es allerdings, als die Band „Your Eyes“, eines der elf Stücke auf der neuen CD „Grounded“, mit mächtigem Druck zu spielen begann und Timo Uhlenbrock mit seiner rockigen Röhre so richtig loslegte.

Viele kraftvolle, mitreißende Songs, sowohl aus eigener Feder als auch Coverversionen, ließen die Stimmung und die Emotionen rasch steigen. Endgültig aus den Stühlen der voll besetzten Waggonhalle riss es die mehr als 150 Zuhörer, als Uhlenbrock das vor allem in der Version von Joe Cocker bekannt gewordene Stück „The Letter“ vor Energie und Leidenschaft sprühend präsentierte.

Dabei unterstützten ihn zuverlässig Robert Powilleit, in dessen Tonstudio die CD eingespielt wurde, am Bass, Pat­rick Bernhardt am Schlagzeug, Andreas Kraus an der E-Gitarre und Daniel Weis an Piano und Keyboard sowie, bei der Zugabe, Mandoline.

Schöne Arrangements bieten Abwechslung

Ruhigere, poetische Stücke, wie das für sein Patenkind geschriebene Lied „Stars“, garniert mit einer ruhigen Saxofon-Einlage, zeigten, dass der Marburger Singer-Songwriter Uhlenbrock auch sanfte Gefühle transportieren kann. „Du wirst lernen zu fliegen. Aufzuwachsen ist nicht einfach, aber dein Herz ist gefüllt mit Liebe“, heißt es in dem Text, den er seinem Patenkind mit auf den Lebensweg gibt. Auch bei den gecoverten Stücken setzte das Uhlenbrock Project meist auf englischsprachige Texte mit Tiefgang, beispielsweise „Don’t Drink the Water“ von der „Dave Matthews Band“, die sich in dem Song kritisch mit dem mörderischen Umgang der weißen Siedler mit den Ureinwohnern Amerikas auseinandersetzt.

Musikalische Überraschungen in Form von schönen Arrangements mit mehreren Gastmusikern boten Abwechslung und erfreuten die Hörer. Die neuen Lieder „Your Life“ und „Sear­ching“, das eine zum Nachdenken über die Vergänglichkeit, das andere „ein Stück über Liebe, die nicht klappt“, wie Uhlenbrock anmerkte, begleiteten ebenso wie „Legendary“ von Welshly Arms sechs Sängerinnen und zwei Sängern des Kirchhainer Projektchores „All inclusive“ als Backgroundchor. Drei Stücke, darunter die Eigenkomposition „Heal Yourself“ und „Happy Ever After in Your Eyes“ von Ben Harper, unterstützte Julia Heinke mit gefühlvollem Geigenspiel.

Publikum erklatscht sich nach zwei Stunden Zugabe

Indischen Touch verlieh Stefan Kiessling auf der Sitar dem als „Reload“ gekennzeichneten Schlussstück „Rise“, eine Coverversion eines eigenen Songs. „Rise“ stammt von der gleich­namigen dritten CD der Marburger Band „The Missing ­Page“, der Uhlenbrock seit 2005 angehört.

Das „Uhlenbrock Project“ startete der Marburger vor zwei Jahren, um nach dem 2004 erschienenen Solo-Album „Destina­tions“ nun seine zweite CD mit eigenen Stücken herauszubringen. Die kommt offensichtlich gut an: Stehend erklatschte sich das Publikum nach knapp zwei abwechslungsreichen ­Stunden eine Zugabe. ­„Fury in the Slaughterhouse“ sei eine Band, die ihn lange begleitet habe, sagte Uhlenbrock, bevor das Konzert mit „When I’m Dead and Gone“ ausklang.

Das Publikum gut eingestimmt hatte zu Beginn des Abends der Singer-Songwriter Samuel Bos aus Schönstadt mit seinen mit angerauter Stimme und filigranem Gitarrenspiel vorgetragenen rockigen bis folkigen Liedern. Perkussionistisch unterstützt wurde Bos bei seinem Auftritt von Patrick Bernhardt.

von Manfred Schubert

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