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Therapiesitzung im Theater

„Imago“ in der Waggonhalle Therapiesitzung im Theater

Mit drei Aufführungen feierte das Quintett der Theatergruppe „Imago“ mit der Inszenierung des Kurzgeschichtenbandes „Komm, ich erzähle dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay seinen Bühneneinstand in der Waggonhalle.

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Das Quintett von „Imago“: Monika Jorge Mateo, Ruth Thomas, Patrick Robinson, Gözde Olma und Rebecca Druschell.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Zwei Stühle, zwei Menschen mit zwei verschiedenen Rollen – Therapeut und Patient. Das ist der Ausgangspunkt des Stücks „Komm, ich erzähle dir eine Geschichte“, das auf dem gleichnamigen Buch des argentinischen Gestalttherapeuten Jorge Bucay basiert. Es ist ein Stück mit vielen Tempowechseln, das sich die fünfköpfige Theatergruppe für ihren Einstand ausgesucht hat.

Auf der einen Seite die kurzen Therapie-Szenen, auf der anderen die meist märchenhaften Kurzgeschichten, die der Therapeut seinem Patienten erzählt, um ihm die Psyche des Menschen auseinander zu klamüsern. Anhand der kurzen Erzählungen illustriert er vor allem, wie fehlerhaft der Mensch ist: Selbstsucht, Gier, Starrsinn stehen im Fokus.

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem Premierenstück. Das Publikum ist gut mitgegangen“, sagt Darstellerin Ruth Thomas und erklärt den Mehrwert des Stücks: „Es soll zum Nachdenken und Hinterfragen unserer Gesellschaft anregen.“Die Darsteller von „Imago“, vier Frauen und ein Mann zwischen 18 und 24 Jahren, schlüpfen dabei in unterschiedlichste 
Rollen. Dank traditioneller 
Theaterkleidung, ganz in Schwarz, setzt das Quintett die Requisiten gut in Szene.

Es tut der Inszenierung jedoch einen Abbruch, dass die Darstellerinnen zu weit weg vom Publikum sind. Zwischen der ersten Stuhlreihe und dem Geschehen sind meistens fünf Meter Platz. Die emotionalen Regungen in den Gesichtern des Quartetts entfalten daher nur selten ihre Wirkung.

von Benjamin Kaiser

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