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Therapeut spricht aus Erfahrung

Neue Filme in Marburg Therapeut spricht aus Erfahrung

Zwei neue Filme laden diese Woche ein den Herbst-Blues mit einem Lachen zu vertreiben. Unterschiedlicher könnten die beiden Neustarts jedoch kaum sein.

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Der Therapeut Irvin D. Yalom (rechts) ist glücklich mit seiner Frau Marylin.Foto: Alamode Film

Marburg. Er will Menschen zu einem glücklicheren Leben verhelfen: In der Dokumentation „Yaloms Anleitung zum Glücklichsein“ teilt der weltbekannte Psychotherapeut Irvin D. Yalom seine Erfahrungen. Es ist auch eine Reise in das Innenleben des 83-jährigen Experten.

Die Schweizer Regisseurin Sabine Gisiger („Guru - Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard“) liefert in ihrer Dokumentation ein Porträt des emeritierten Stanford-Professors, der sich selbst allerdings nicht als „Glücksforscher“ versteht. „Als Psychiater arbeitet man nur indirekt am Glücksgefühl, man versucht die Probleme auszuräumen und die Dunkelheit zu bekämpfen.“ Er verstehe sich mehr als eine Art Reiseleiter auf dem Weg der Selbsterforschung.

Für den Film ging die Regisseurin mit Yalom und seiner Familie, darunter zahlreiche Enkelkinder, auf Reisen. „So viel Aufmerksamkeit ist etwas peinlich“, grinst Yalom. Doch die Botschaft sei ihm wichtig. Viele Menschen seien sehr viel unglücklicher als man denkt, sagt er auch in dem Film. Ihm kommt es darauf an, dass die Leute nicht ihre Probleme verdrängen. Man soll Fragen stellen, seinen tiefen Gefühlen und Ängsten begegnen, eine Therapie machen, durch Gespräche Hilfe suchen oder Bücher lesen. Er selbst habe über Jahre hinweg eine intensive Analyse mitgemacht und immer wieder Kollegen und Freunde um Hilfe und Anleitung gebeten, sagt Yalom offen. „Ich rate auch meinen eigenen Kindern zur Therapie, wenn es Dinge gibt, die ihren Lebensweg blockieren.“

Der Film läuft im Capitol.

Pride: Ein Lehrstück über Solidarität, verpackt in eine höchst unterhaltsame Komödie: Dieses Kunststück schaffen nur die Briten. Drehbuch und Darsteller sind in „Pride“ schlichtweg exzellent. Regisseur Matthew Warchus und sein Drehbuchautor Stephen Beresford erzählen vor dem Hintergrund der Bergarbeiterstreiks im Sommer 1984 eine auf wahren Fakten basierende Geschichte von Solidarität zwischen völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen: Die walisischen Bergarbeiter wurden von Londoner Schwulen und Lesben finanziell unterstützt. Der gemeinsame Feind waren die Regierung unter Margaret Thatcher, die Polizei und die Boulevardpresse.

Manchmal ist der Film etwas pathetisch geraten. Dennoch erzählt diese britische Kohlenpott-Komödie wie jeder gute Ensemblefilm viele Geschichten und verliert das Thema dennoch nicht aus den Augen: Solidarität.

Das Publikum zeigte sich nach der OP-Sneak-Preview im Cineplex positiv überrascht. „Geschichtsstunde mit viel Witz und Lachern“, fand Kornelius Podranski. Je zwei Freikarten gehen an: Franziska Taube, Alexandra Borderdt, Sarah Wenk, Kornelius Podranski (alle Marburg) und Sofia Schmittdiel (Momberg). Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Capitol.

von Barbara Munker und Johannes von der Gathen

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