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Theaterstück über die Gier in uns

Waggonhalle Theaterstück über die Gier in uns

Die Wirtschaftskrise ist allgegenwärtig. Wie sie aus Sicht eines Italieners aussieht, zeigte Andrea Té in der Waggonhalle.

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Andrea Té (Mitte) ist Autor und Regisseur zugleich. In seinem neuen Stück setzt er sich kritisch und mit Humor mit der Gier des Menschen auseinander.

Quelle: Caroline Stockmann

Marburg. Die Wirtschaftskrise hat in der Mitte der Gesellschaft tiefe Furchen hinterlassen. Sie hat gezeigt, wie weit viele Menschen gehen, um aus allem und jedem Profit zu schlagen.

Mit dieser Skrupellosigkeit setzt sich der gebürtige Neapolitaner Andrea Té in seinem neuen Theaterstück „Der Himmel über der Krise“ auseinander, das am Dienstag und Mittwoch in der Waggonhalle zu sehen war. Der „Bericht aus einem weit entfernten Ort“, so der Untertitel des Stücks, war die erste Zusammenarbeit mit dem Marburger Theater GegenStand.

Morden für einen Job?

Anhand drei verschiedener Episoden, in denen er selbst mitspielt, macht Té die Absurdität des Geizes, der Geldgier und der Gefühlslosigkeit deutlich – für ihn Resultate der Wirtschaftskrise. Zugespitzt, aber dennoch geschickt und mit viel Satire, hat er diese, gerade in Zeiten der Krise, hervortretenden Attribute der Menschheit auf den Punkt gebracht.

Die erste Episode handelt von zwei Fabrikarbeitern, denen die mangelhafte Wartung ihrer Maschinen zum tödlichen Verhängnis wurde. Nun warten sie darauf, dass das Paradies seine Pforten für sie öffnet. Die zweite Episode setzt sich mit der Frage auseinander: lohnt es sich zu morden, um an einen begehrten Job zu gelangen und somit die lang ersehnte Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten?

Die dritte Episode handelt von der fehlenden Hemmung wenigstens vor der eigenen Art – dem Menschen – Halt zu machen, wenn es darum geht, Gewinn herauszuschlagen. Trotz dieser hoffnungslos erscheinenden und ernüchternden Thematik, gibt Andrea Té den Mut nicht auf. Es wird deutlich, dass er den Glauben an die Menschheit nicht verloren hat.

Gute Unterhaltung trotz schwerer Themen

Schon oft, sagt er selbst, habe er sich über den Sinn seiner Arbeit Gedanken gemacht und sich gefragt, warum er das Ganze überhaupt weiterführe. In seinem Stück „Der Himmel über der Krise“ wird deutlich, warum er nicht aufhört auf der Bühne Kritik an den Zuständen zu üben. Té, der bereits 24 Stücke geschrieben hat, beteuert, „dass diese Art von Theater nicht anders kann, als ihre Wurzeln in der Hoffnung zu gründen“. Diese Hoffnung lässt Andrea Té weitermachen und belebt die Handlung seiner Theaterstücke.

Wer meint, diese Themen wären zu schwer für eine Abendunterhaltung hat allerdings weit gefehlt. Die schauspielerische Brillanz der Schauspielgruppe erweckte die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums. Andrea Té verlieh dem Thema mit seinem italienischen Charme eine verblüffende Leichtigkeit und sorgte mit seinem Sinn für Humor für viele Lacher im Publikum.

von Caroline Stockmann

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