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„Im Walde rauscht‘s so sacht ...“

Theater Gegenstand „Im Walde rauscht‘s so sacht ...“

Das Schauspielprojekt lädt den Zuschauer „in eine Welt, in der zauberhafte Waldwesen ins Herz schauen“ ein. Das Team will die Natur und die ­Liebe besingen. Am ­Spiegelslustturm fand 
die Premiere statt.

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Die Schauspieler des Theaters Gegenstand traten als mythische Waldwesen auf.

Quelle: Dani Art

Marburg. Sobald die Gäste die Aussichtsplattform vor dem Spiegelslustturm betreten, werden sie von zauberhaften Waldwesen eingekreist. Elfen und Feen, Jäger und Waldschrate kommen den Besuchern sehr nah und flüstern rätselhafte Gedichte: „Ich ging im Walde so vor mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn.“

Einen Sommernachtstraum, aber ganz ohne Shakespeare, präsentiert das Marburger Theater Gegenstand. „In tausend Formen“ heißt das Stück, das am Dienstag Premiere hatte. Es handelt sich um „einen sinnlichen Abend der Düfte des Sommers und des Waldes, eine Reise durch die Auen der Poesie“. Gespielt wird auf mehreren im Wald verteilten Kleinbühnen, den „Inseln aus Licht.“

Ensemble will Zauber von Natur und Liebe darstellen

Die Zuschauer erleben Bänkelgesang und Saitenspiel am „Balladenbaum“, die Fühl-, Geruchs- und Hör-Sensation „Hinter dem Blick“, einen Feentanz mit dem Titel „Schattenbilder“, einen Märchenzauber, einen poetischen Wettkampf zwischen „Ringelstern und Morgennatz“ und die „Insel der träumerischen Worte.“ Es wird gesungen, Märchen werden vorgelesen, kleine Stücke werden gespielt, es wird mit Gedichten gerungen und über Natur und Liebe gesprochen.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen sowohl bekannte deutsche Dichter wie Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, als auch relativ unbekannte Dichter der deutschen Literatur. Zu hören sind Gedichte wie zum Beispiel „Wär‘s dunkel...“ von Joseph von Eichendorff: „Wär‘s dunkel, ich läg‘ im Walde, im Walde rauscht‘s so sacht, mit ihrem Sternenmantel bedeckt mich da die Nacht.“

Das Ensemble aus knapp 20 Männern und Frauen hat es sich zum Ziel gesetzt, „den Zauber der Natur und der Liebe zu besingen, zu betanzen, zu beflüstern und zu bespielen“, wie beim Bänkelgesang unter dem Balladenbaum (Foto: Dani Art).

Die Performances auf jeder Insel dauern etwa zehn Minuten, erläutern Inga Berlin und Karin Winkelsträter, die für die Regie und die künstlerische Leitung verantwortlich zeichnen. Das Publikum besucht die Inseln in Kleingruppen von maximal 15 Personen und wird über eine aus Plastikkerzen gestaltete ,Lichtstraße‘ weitergeführt.

„Dass wir unser Sommerprojekt dieses Mal im Wald veranstalten, hängt mit dem Motto des mittelhessischen Kultursommers ‚Auf den Bergen und in die Auen‘ zusammen“, sagt Inga Berlin über die Entstehung der Projektidee. „Wir haben heute zum ersten Mal alles aufgebaut, man konnte vorher nicht sagen, ob es tatsächlich klappt. Das macht aber vieles spannender, wenn man nicht genau weiß, wie es verlaufen wird. Und es hat super geklappt!“, freute sich die Regisseurin nach der Premiere.

Am Ende der Veranstaltung waren alle Besucher eingeladen, sich bei Wein und Gitarrenmusik weiter an der Schönheit des Waldes zu erfreuen.
Noch drei Vorstellungen sind von Freitag bis Sonntag jeweils ab 20.30 Uhr geplant: Die finden aber nicht am Spiegelslustturm statt, sondern im Freizeitgelände Stadtwald. Die Spielstätten sind jeweils überdacht, aber aufs „kleine Schwarze“, das man gern mal im Theater trägt, sollte verzichtet werden – die Regisseurinnen empfehlen „festes Schuhwerk und dem Wetter angemessene Kleidung“ anzuziehen.

von Vasilisa Ishchenko

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