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Rebellion im vermeintlichen Paradies

Theater Gegenstand Rebellion im vermeintlichen Paradies

Während alle um sie 
herum die Probleme 
aufschieben, begehren die zwei Protagonisten im neuen Stück des Theaters Gegenstand auf.

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Auf einer Bühne, aber in zwei Welten agieren Vorzeigeurlauber Henrik Diels und Flüchtlingslager-Ingenieurin Farina Bludau in „Die Unmöglichkeit einer Insel“.

Quelle: Viola Schrader

Marburg. Die Produktion von Theater Gegenstand will mit „Die Unmöglichkeit einer Insel“ das unbequeme Thema Flüchtlingskrise erneut ins Bewusstsein rücken. Regisseur Fabian Guillery inszeniert das Stück von Charlotte Roos mit den Amateurschauspielern Henrik Diels und Farina Bludau.

In ihrem 50-minütigen Spiel entwickeln die beiden Darsteller ihre Charaktere souverän. Henrik Diels gibt den zivilisationsmüden Urlauber in einer Ferienanlage auf Gran Canaria. Umgeben von Zäunen und Absperrungen auf der Insel, steigert sich dessen anfängliche Nörgelei im Verlauf des Stücks in eine regelrechte hysterische Paranoia. Während seine Frau sich sonnt, fühlt er sich eingesperrt und überwacht.

Gleichzeitig mimt Farina Bludau eine routinierte Ingenieurin, die von der EU-Bürokratie den Auftrag erhalten hat, eine Machbarkeitsstudie für Baukosten und -zeiten von Flüchtlingsaufnahmezentren zu erarbeiten. Die rationale Planerin wird durch Zeitdruck und die unmögliche Umsetzbarkeit des Projekts zunehmend aggressiv und wütend. Während die Ingenieurin allmählich bemerkt, dass sie Gefängnisse kalkuliert, wähnt sich der Tourist bereits in einem.

Stück ist schon mehr als zehn Jahre alt

Die Handlungen rund um das Ferien- und Flüchtlingslager sind parallel angelegt, beide Schauspieler sind zeitgleich auf der Bühne und berichten abwechselnd monologartig von ihrer Situation. Das einfach gestaltete Bühnenbild lässt viel Raum für die wuchtigen Emotionen der Darsteller. Turbulent und kurzweilig steigern sie sich in ihre Rebellion.

Das Drama sei zwar schon mehr als zehn Jahre alt, habe aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt, betont Regisseur Guillery. Auffällig sei, dass heute wieder Lösungsvorschläge in den Vordergrund rücken, die bereits vor zehn Jahren diskutiert und wieder verworfen worden seien. Damit müsse man sich kritisch auseinandersetzen. So wird etwa thematisiert, welcher Unmenschlichkeit und Gleichgültigkeit Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa ausgesetzt sind.

  • „Die Unmöglichkeit einer Insel“ ist diesen Freitagabend, 31. März, wieder ab 20 Uhr in der Waggonhalle zu sehen. Weitere Aufführungen folgen am 2. und 3. Mai.

von Viola Schrader

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