Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Bittersüße Musik aus Berlin-Mitte

„The Dead Lovers“ Bittersüße Musik aus Berlin-Mitte

„The Dead Lovers“ waren zu Gast in Marburg. Und wer die Band nicht kennt und bei dem Namen einen eher deprimierenden Abend erwartet hatte, wurde wunderbar enttäuscht.

Voriger Artikel
Kinder- und Jugendfilmfestival startet am Montag
Nächster Artikel
Deutsche Komödie schlägt Hollywood

Wayne Jackson und Lula vom Berliner Duo „The Dead Lovers“ nahmen in der Acoustic Lounge auf der winzigen Bühne des Café Aroma Platz.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Zugegeben – durch die Songs der „Dead Lovers“ weht mitunter ein ziemlich düsterer Wind. Fallende Blätter, fallende Sterne, der nahende Tod. Trotzdem wurde beim Auftritt in Marburg jede Menge gelacht. „You’re the boss!“ – „Wer hat das denn gesagt?“ Geplänkel, was als Nächstes gespielt werden soll, gehörten zum Programm. Aber dann flog noch ein Taschentuch, Sängerin Lula bekam einen Lachanfall, Phil Collins wurde zum Running Gag und die gut 30 Gäste im winzigen Café Aroma hatten jede Menge Spaß.

Kaum hatten sie bekundet, dass sie „sehr entzückt“ seien, in Marburg zu spielen, ging es schon los. „Das ist sehr eng hier“, stellte Wayne Jackson fest. Um klarzustellen: Das Café­ sei gemeint, nicht Lulas Kleid. Das hatte sie erst tags zuvor auf ­einem Flohmarkt erstanden, erzählte sie. Sei das nicht zu flott für Marburg, an einem Montag? Wayne grinst. Es sei ja schließlich nicht Berlin-Mitte hier.

Aus den Drums fliegt ein Taschentuch

Wayne Jackson stammt ­ursprünglich aus Manchester, ­Lula (bürgerlich Claudia Stülpner) aus Bayern. Eine wilde ­
Mischung, die großartig harmoniert – schon der erste Song kommt herzerweichend schön daher, so wie die Stimmen der beiden ineinander passen. Gemeinsam haben sie in diesem Jahr das zweite Album aufgenommen. Wayne Jackson hat bereits als Solo-Künstler veröffentlicht, die ersten beiden Solo-Alben von Bela B. coproduziert und mit Paul von Dyk den Song „The Other Side“ gesungen. Lula hat ebenfalls mit Bela B. von den Ärzten gearbeitet und ist nicht nur als Sängerin und Songwriterin, sondern auch als Fotografin tätig.

Wären „The Dead Lovers“ ein Film, dann wären sie ein 
Road-Movie, ist sich in einer ­Rezension zu ihrem zweiten ­Album „Slow Back“ zu lesen. Auf der kleinen improvisierten Bühne im Marburger Café Aroma haben sie Technik, Gitarre und Schlagzeug dabei.

Aus den Drums flog dann ein Taschentuch. Lula sagte, sie habe den Klang etwas dämpfen wollen. „Macht Phil Collins das auch so?“, lästerte Wayne. „Wenn er leise spielen will“, konterte Lula. Außerdem war einer der Schlagzeugbesen kaputt. Wäre bei Phil Collins sicher nicht passiert, oder? Da fühlte sich Wayne verpflichtet, zu bekräftigen, man mache das wirklich professionell mit der Musik. Daran bestand aber sowieso kein Zweifel. Und der Abend war in jedem Fall zauberhaft.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr