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Tenöre räumen Klischees beiseite

12 Tenöre in Marburg Tenöre räumen Klischees beiseite

Eine poppige Show voller klassischer Opern und moderner Popsongs zeichnet die zwölf Tenöre seit zehn Jahren aus. Mit dieser Mischung haben die internationalen Musiker auch ihr Marburger Publikum begeistert.

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Kunterbuntes Programm mit schwungvollen Tänzen

Nicht immer nur ernst und klassisch: Die Sänger unterhalten ihr Publikum mit schwungvollen Choreografien und humorvollen Einlagen.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Verstaubte Opernmusik und zwölf korpulente Sänger? Die international erfolgreichen Musiker haben mit allen Klischees rund um Tenöre aufgeräumt und ihrem Publikum in der Weihnachtszeit ein unterhaltsames Konzert der Extraklasse geboten. „Wie Sie sehen: Dick bin nur ich“, begrüßte Alexander Herzog die Marburger. Mit viel Wortwitz, kleinen Tanzeinlagen und lustigen Slapsticks rund um „den Dicken“ brachte der Nürnberger das Publikum immer wieder zum Lachen. Doch ebenso wie seine elf Kollegen überzeugte er vor allen Dingen mit seiner Stimme.

„Vergessen Sie alle Stereotypen“, warnte Herzog das Publikum im Erwin-Piscator-Haus gleich zu Beginn des Abends. Es folgte eine Show, die dieser Ankündigung alle Ehre machte: Optisch präsentierten sich zwölf adrette Tenöre in schicken Anzügen, die auch das ein oder andere klassische Stück intonierten und dabei wundervolle Stimmen erklingen ließen. Kraftvoll und gefühlvoll interpretierten sie etwa den Klassiker „Nessun Dorma“ und setzten damit einen Höhepunkt vor dem Ende des ersten Showteils. Zunächst als ruhiges Solo und schließlich als stimmgewaltige Hymne erklang „Amazing Grace“. Doch die Sänger zeigten bei ihrer Tour zum zehnjährigen Bestehen der Formation – mit wechselnden Tenören – vor allem, dass Klassik Spaß macht und dass beliebte Popsongs aus zwölf Kehlen völlig neu erklingen können.

Mit einer stimmungsvollen Lichtshow und vor allem mit den mitreißenden Choreografien sorgten die zwölf Tenöre für einen peppigen, kurz­weiligen Abend für Augen und Ohren. Das Publikum hatten die Sänger und ihre drei Instrumentalisten schon mit dem Auftakt „Funiculi Funicula“ auf ihrer Seite. Herzlich gelacht wurde da auch bei dem Auftritt zu „Mein kleiner grüner Kaktus“, mitgerissen wurde das Publikum beim Spanischen „Volare“ oder bei „Dancing in the Street“.

Klassik und Tanz aber auch Gefühl und Gänsehaut

Dass die meisten Sänger viel Erfahrung mit Opern und Musicals haben, wurde vor allem bei den fetzigen Medleys deutlich: Tänze mit Gruselfaktor gab es zu Michael Jacksons „Thriller“, schwungvolle Choreografien gab es zu Queen-Hits wie „Ice Ice Baby“ und „Don’t stop me now“ und beim rockigen Höhepunkt der Show mit „We will rock you“ und „Summer of 69“. Die zwölf Tenöre haben sichtlich Spaß an der Musik und auf der Bühne. Das färbte schnell auf das Publikum ab – egal ob beim Hüftschwung á la John Travolta zu „Staying Alive“ oder bei der unterhaltsamen „Bohemian Rhapsody“.

Zwischen Klassik und Tanz gab es aber auch viel Raum für Gefühl und Gänsehaut: Warm und berührend erklangen etwa „You raise me up“ und „Halleluja“, die hohen Töne kamen bei „Don’t cry for me Argentina“ voll zur Geltung. Nicht ohne Grund fehlt bei keinem Konzert der Tenöre seit zehn Jahren das Lied „Music“: Das Stück ist wandelbar, abwechslungsreich, mal gefühlvoll und mal fulminant – und vor allen Dingen lässt es die Musiker zeigen, was die Stimme für ein außergewöhnliches Instrument sein kann.

Nach dieser Show war es kein Wunder, dass das Publikum die Sänger nicht ohne Zugaben entließ: Da wurde es dann zunächst heiß bei der Interpretation von „You can leave your hat on“, bei dem auch manche Jacketts und Hemden fielen. Besinn­lich wurde es dann aber mit „Stille Nacht“ – gesungen in den Sprachen der Heimatländer der Sänger, unter anderem England und Irland. Für das nächste Konzert in Marburg versprach Alexander Herzog zum Abschluss
unter großem Applaus, dass die Tenöre dann das Hessenlied mitbringen.

von Patricia Grähling

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