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Tempo, Witz und ein Hauch Magie

Landestheater: „Die Schöne und das Biest“ Tempo, Witz und ein Hauch Magie

Eine Adventszeit ohne ­Familienstück? Geht gar nicht. Wie schön Theater für Kinder sein kann, ist bis Weihnachten und ­darüber hinaus noch ganz oft im Hessischen Landestheater zu erleben.

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Das Biest (Daniel Sempf) erschreckt den Erzähler (Sebastian Muskalla) und seine französische ­Assistentin Cécile (Insa Jebens).

Quelle: Merit Engelke

Marburg. Gut 200 Kinder drängen sich am Montagmorgen im Foyer des Hessischen Landestheaters. Drittklässler, Viertklässler, Sechstklässler aus Lollar, Dautphetal und Marburg. Die Neugier ist greifbar, der Lärmpegel entsprechend. Hat das Ensemble mir dem alten französischen Märchen „Die Schöne und das Biest“ eine Chance bei Kids, die mit Disney, Video- und Computerspielen sozialisiert werden?

Die Antwort lautet nach wenigen Minuten: Eindeutig ja. Die Kinder gehen 80 Minuten lang mit, reagieren spontan auf Gags wie die Gehirnauslesemaschine, die gleichzeitig Tee kochen kann, oder die Versteigerung von lange getragenen und garantiert ungewaschenen Socken und T-Shirts. Mit viel Tempo, Witz und einem Hauch Magie haben Regisseur Max Merker und sein Team das alte Märchen auf die Bühne gebracht, das vermutlich 1740 zum ersten Mal in gedruckter Form vorlag.

Es ist eigentlich eine sehr romantische Liebesgeschichte: Eine böse, abgewiesene Fee verzaubert den Königssohn Philipp in ein erschreckend hässliches Biest (Daniel Sempf). Der Königssohn wird erst erlöst, wenn er seine wahre Liebe trifft. Die heißt Belle, die Schöne (Lena Dax).

Ensemble sorgt für gute Stimmung

Das Regieteam hat aber zurecht geahnt oder gewusst, dass mit Romantik und Liebe allein bei Kindern zwischen 5 und 12 Jahren kein Blumentopf zu gewinnen ist: Wenn sich die beiden am Ende küssen müssen, geht ein lautes „iiihhh“ durch den Saal.

Doch bis es so weit ist sorgen der Komödiant Sebastian Muskalla und Insa Jebens als Erzähler in bunten, schrillen Zirkuskostümen mit allerlei Späßen für richtig gute Stimmung im Saal: Das gibt es etwa das kleinste Orchester der Welt, in dem Insekten in einem kleinen Kasten groß aufspielen, oder ständige Versuche von Cécile, endlich ihr Lied zu singen, und immer wieder geschickte Ansprachen an das Publikum, das am Montagvormittag richtig mitging.

Und öffnet sich der rote Vorhang gibt er den Blick frei auf ein schönes Bühnenbild: Da gibt es witzige Schattenspiele, in denen die Vorgeschichte des Biests erzählt wird. Und es gibt einen Schlosssaal, in dem Belles Vater (Jürgen Helmut Keuchel) erst über das Essen herfällt und dann noch eine rote Rose stiehlt und damit das Schicksal seiner schönen Tochter besiegelt. Und in diesem Schloss lebt das Biest, ein haariges, fauchendes Monster, das auf Erlösung 
hofft.

Kurzum: Knapp 7000 Kinder dürfen sich auf das Weihnachtsmärchen freuen. Alle Schulvorstellungen sind bis auf zwei im Januar ausverkauft.

  • Karten gibt es aber noch für die Familienvorstellungen am Samstag, 5. Dezember (16 Uhr), Sonntag, 6. Dezember (16 Uhr, ab 15 Uhr Nikolaus-Special im Theaterfoyer), Samstag, 19. Dezember (16 und 18 Uhr), Sonntag, 20. Dezember (16 Uhr), Dienstag, 22. Dezember (16 Uhr) und Samstag, 26. Dezember (18 Uhr) in der Galeria Classica oder im Internet unter 
www.theater-marburg.com.

von Uwe Badouin

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