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Tausende feiern legendäre Rock-Heroen

Summer-Rock-Open-Air Tausende feiern legendäre Rock-Heroen

Ein echter Kracher war das Summer-Rock-OpenAir im Herrenwaldstadion. Die Headliner von „Uriah Heep“ sowie die anderen Bands, die Rockgeschichte geschrieben haben, begeisterten etwa 3000 Zuhörer, die teils kräftig mitrockten und sangen.

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Kraftvoller Gesang: Bernie Shaw von „Uriah Heep“.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Mit einem wahren Klanggewitter eröffneten die britischen Hardrock- und Metalpioniere von „Uriah Heep“ ihren Auftritt, als wollten sie mit bebenden Bassboxen, harten Gitarrenriffs, kraftvollem Gesang und lebhafter Bühnenshow klarmachen: „Wir sind noch lang nicht zu alt für guten Rock, und wenn ihr das aushaltet, seid ihr es auch nicht.“

„Against the odds“ und „Overload“ aus der Mitte der 90er Jahre erklangen als erste Stücke, gefolgt von Klassikern aus ihrer großen alten Zeit Anfang der 70er wie „Sunrise“ und „Stealin“. Später zeigten sie mit ihrem Titel „Can‘t take that away“ vom in diesem Jahr erschienenen 24. Studioalbum „Outsider“, dass sie immer noch Hardrockhymnen schreiben können, die trotz der stilistischen Wurzeln in den 70ern kein bisschen angestaubt erscheinen.

Summer Rock Open Air Stadtallendorf - 31.August 2014 - The Tremeloes

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„Seine Stimme klingt immer noch wie früher“, freute sich ein Besucher, als er Bernie Shaw hörte. Der Sänger gehört ja auch „erst“ seit 1986 der Band an, ebenso wie Keyboarder Phil Lanzon. Und ist zwölf Jahre jünger als das einzig verbliebene Gründungsmitglied von 1969, Gitarrist Mick Box. Wie der sein Instrument immer noch beherrscht, bewies er mit einem ausgedehnten, phantastischen Solo bei einer gefühlt zehnminütigen, sehr dramatischen Version der Debut-Single „Gypsy“ von 1970.

Für die Ballade „Lady in Black“ griff Box zur Akustik-Gitarre - und es bedurfte keiner großen Überredungskunst, die 3000 Zuhörer zum begeisterten Mitsingen des Refrains-Vokals „Aaa-aah“ zu bewegen. Mit einem weiteren Klassiker, „Easy Livin“, verabschiedete sich „Uriah Heep“ von den restlos begeisterten Fans. Aber auch die anderen „Oldtimer“ kamen bei dem zum großen Teil älteren Publikum hervorragend an. Die Glam-Rock-Band „Sweet“, bei der ebenfalls nur noch Gitarrist Andy Scott von der Originalbesetzung übrig ist, brachte die Fans mit ihren alten Hits wie „Hell Raiser“, „Block Buster“, „Love Is Like Oxygen“ und „Fox On The Run“ zum Jubeln und mittanzen.

Den Anfang, nach der Anheizer-Band „Boom-Gang“, hatten „Slade“ gemacht. Auch diese haben treu ergebene Fans, die auch lange Anreisen nach Stadtallendorf nicht gescheut hatten. Ein Dutzend fiel durch entsprechende T-Shirts und weitere Accessoires wie Zylinderhüte sowie ein Banner mit der Aufschrift „Slade Fans on tour“ auf. Kein Verein, sondern Menschen, die sich durch ihre Begeisterung für diese Gruppe mit der Zeit bei Konzerten kennen gelernt und Freundschaften geschlossen haben. Aus München, Mönchengladbach, Weimar, Böblingen und Hannover waren sie gekommen. „Das ist mein 52. Slade-Konzert. Es war eine gute Stimmung in Stadtallendorf, weil die Leute richtig mitgingen“, freute sich Martin Kitzing, der „Come on feel the noise“ als Lieblingslied nannte.

Vor allem der 68-jährige Gitarrist Dave Hill hüpfte unentwegt über die Bühne und zog Grimassen. Auf 65 Konzerte kommt Volker Rosenau aus dem thüringischen Weimar, Lieblingssong: „My baby left me“. Spitzenreiter ist Rudi Schubert mit 82 Konzerten, der den ersten großen Hit „Coz I Luv You“ am liebsten mag. Schon lange, bevor nach Mitternacht „The Tremeloes“ als Abschlussband die Bühne betraten, hatten sich ermattete Besucher entlang der Zäune gesetzt oder sogar gelegt, den Kopf auf harte Betonpfosten gebettet.

Nach „Uriah Heep“ verließen gut zwei Drittel der Gäste das Herrenwaldstadion, aber etwa 1000 folgten auch noch begeistert dem Auftritt der ältesten Band, die in den 1960er Jahren große Erfolge hatte, und erlebten mit dem, nur von einer Gitarre begleiteten und im Terzett gesungenen größten und bekanntesten Hit „Silence Is Golden“ einen stimmungsvollen Abschluss. Erst dann begann es aus den ganzen Abend drohenden Wolken richtig zu regnen.

von Manfred Schubert

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