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Einmal quer durch die Gefühlswelt

Marburger Schlosskonzerte Einmal quer durch die Gefühlswelt

Ebenso temperament- 
wie gefühlvoll brachte das „Quinteto Ángel“ dem Publikum im Fürstensaal die Welt des klassischen und des modernen Tango Nuevo nahe und erntete begeisterten Beifall.

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Der Bandoneonspieler Christian Gerber (Mitte) und sein Ensemble „Quinteto Ángel“ begeisterten die Zuhörer im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Es gab Begeisterungsstürme und langanhaltenden Applaus nicht nur am Ende, sondern auch während des zweistündigen Konzerts. Das zeigte, dass die vor Virtuosität sprühenden Musiker des 2001 in Berlin gegründeten „Quinteto Ángel“ ihre Liebe für den Tango Argentino auf das Publikum zu übertragen verstanden. Das Quintett widmet sich dem Tango auch in seiner klassischen Form, vor allem aber dem Tango Nuevo, den der 1992 verstorbene argentinische Komponist Astor Piazzolla geprägt hat.

Die Vielfalt an Gemütsstimmungen und Seelenlagen, die der Tango so sinnlich auszudrücken vermag, erlebten die Zuhörer mal mit langsamen, melancholischen Passagen voll schmachtender Violinen- und Celloklänge, dann wieder rhythmisch, schnell und kraftvoll in der fröhlicheren Untergattung des Tango, der Milonga. Zwei Drittel der gespielten Stücke stammten von Piazzolla.

Mit „Bando“ und „Lo que vendra“ aus den 1950er-Jahren eröffneten Christian Gerber (Bandoneon), Frank Schulte (Klavier), Bernhard von der Gabelentz (Violine), Samuel Lutzker (Violoncello) und Rodolfo Paccapelo (Kontrabass) das Konzert. Mit diesen Stücken zeigten sie, dass der Komponist seine Werke anfangs noch traditionell anlegte und erst später zu den in erster Linie fürs Zuhören, nicht fürs Tanzen, geschaffenen Tangos kam. Aber vor allem neuere Stücke wie die „Romance del Diablo“ waren es, die besonders vom Publikum gefeiert wurden.

CDs landeten in München

Am Ende standen drei Werke aus Piazzollas Engelszyklus, „Milonga del ángel“, „La muerte del ángel“ und „Resurreccion del ángel“, bei denen die auch mimisch in der Musik aufgehenden Künstler noch einmal die ganze Bandbreite der Stimmungen vorführten, die man mit dem Tango ausdrücken kann. Zwei Zugaben erklatschte sich das begeisterte Publikum, nur auf den Kauf von CDs des Ensembles mussten sie leider verzichten. Die waren nämlich im Zug weiter nach München gefahren, wie Gerber bedauernd mitteilen musste. Aber wenigstens waren die Musiker trotz der sturmbedingten Bahnausfälle­ noch rechtzeitig zum Konzert nach Marburg gekommen.

Das nächste Konzert in der Reihe der Marburger Schlosskonzerte ist bereits das Jahresabschlusskonzert am 30. Dezember ab 19 Uhr im Hessischen Staatsarchiv in Marburg. Anna-Lena Perenthaler am Violoncello und Jane Lazarovic am Kontrabass geben dieses Konzert, das in Kooperation mit dem Marburger Geschichtsverein angeboten wird.

von Manfred Schubert

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