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Tabu-Bruch der 70er Jahre im Salafisten-Look

Landestheater: Fassbinders „Angst essen Seele auf“ Tabu-Bruch der 70er Jahre im Salafisten-Look

Am Samstag feiert das Hessische Landestheater um 19.30 Uhr Premiere mit der Bühnenversion eines deutschen Filmklassikers. Nach wie vor ist das Thema ungemein aktuell.

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Salafisten präsentieren Regisseurin Fanny Brunner und Ausstatter Daniel Angermayr in ihrer Version von Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“.

Quelle: Arne Landwehr

Marburg. Ein Kumpeltyp war der Filmregisseur Rainer Werner Fassbinder, der vor 33 Jahren im Drogenrausch starb, sicherlich nicht. Eher ein Egomane, ein Besessener, ein Quäler. Aber er hat ein großes Werk hinterlassen: 44 Filme. Einer davon ist „Angst essen Seele auf“ aus dem Jahr 1974 – eine Geschichte über alltäglichen Rassismus, Vorurteile und Fremdenhass.

Im Zentrum der Handlung stehen der junge marokkanische Gastarbeiter Ali und die Witwe Emmi. Ali ist einsam und Emmi ist einsam. Die 60-jährige Witwe und der gut 20 Jahre jüngere Ali verlieben sich ineinander und planen eine gemeinsame Zukunft.

In Emmis Umfeld wachsen die Widerstände: Das ungleiche Paar wird in Geschäften und Kneipen nicht bedient, Kolleginnen, Nachbarn und selbst Emmis Kinder begegnen ihnen feindselig. Sie heiraten trotzdem. Und dann schlägt die Stimmung scheinbar ins Positive um: Die Kinder brauchen Emmi, der Ladenbesitzer will die Kundin nicht verlieren. Doch inzwischen kriselt es zwischen Emmi und Ali.

Regisseurin Fanny Brunner und Ausstatter Daniel Angermayr setzen Fassbinders Tabu-Bruch im Salafisten-Look als Parabel des Scheiterns durch die Perspektive einer religiös geprägten Weltanschauung. Es spielen Lisa-Marie Gerl, Maximilian Heckmann, Sebastian Muskalla, Stefan A. Piskorz und Christine Reinhardt.

  • Die Premiere am Samstag um 19.30 Uhr ist zugleich der Abschluss des zweitägigen Symposiums am Landestheater zum Thema „Angst“.Weitere Vorstellungen sind am Mittwoch, 13. Mai, sowie am 19., 22. und 31. Mai, jeweils um 19.30 Uhr.

von Uwe Badouin

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