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Swing, King Elvis und Besinnlichkeit

Waggonhalle: „Swinging Christmas“ Swing, King Elvis und Besinnlichkeit

Alle Jahre wieder. Es gibt Traditionen, die gehören einfach dazu. Plätzchen backen, Glühwein 
trinken, Adventskranz basteln. Und in Marburg: zu „Swinging Christmas“ gehen.

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Der Dauerrenner im proppenvollen Marburger Vorweihnachts-Kalender: Wilhelm Bräutigam und Ulla Keller verzauberten das Publikum mit ihren Weihnachtshits.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Das Konzept ist denkbar einfach. Eigentlich kommen nur ein paar Freunde zusammen und spielen Weihnachtslieder. „Und dann kommt ihr dazu und hört uns zu.“

Ulla Keller, Wilhelm Bräutigam, Jan Luley am Klavier, Dirk Kunz am Bass und Martin Müller am Schlagzeug begeistern alljährlich in zwei ausverkauften Vorstellungen ein Publikum, das fair verteilt aus eingefleischten Fans und „Neulingen“ besteht. So oder so machen die zwei Stunden „Swinging Christmas“ (in den geplanten zweimal 50 Minuten haben sie es bislang noch nie geschafft) richtig viel Spaß und ordentlich Weihnachtsstimmung.

Der Name ist natürlich Programm: Die Musiker haben sich vor allem der amerikanischen Weihnachtsmusik verschrieben und das Programm macht nicht nur Weihnachts-, sondern auch Swing- und Jazz-Fans glücklich. Dass davon so einige im Publikum sitzen, lässt sich jeweils dem Applaus entnehmen, den es bereits während der Lieder für die Soli der Musiker gibt.

Bitte nicht weinen und nicht schmollen

Los geht es traditionell mit „Christmas in New Orleans“. Der Mann am Klavier Jan Luley ist sofort in seinem Element und Ulla Keller schwärmt danach, sie und Wilhelm Bräutigam hätten schon überlegt, sich für den Rest des Abends ins Publikum zu setzen und nur zuzuhören. Was sie natürlich nicht tun.

Sie entführen ihr Publikum ins „Winterwonderland“, sie wünschen „Have yourself a merry little Christmas“ und sie warnen, nicht zu weinen oder zu schmollen: „Santa Claus is coming to town“. Wilhelm Bräutigam, im „richtigen“ Leben Arzt, hat mit „Blue Christmas“ seinen Auftritt im Stil von Elvis, Ulla Keller Ukulele „Lucy“ im Gepäck und zwischendrin gibt es dann noch „Willis wunderbares Weihnachtsquiz“, bei dem die Gäste Lieder erraten müssten sowie 
ein paar muntere Wortbeiträge.

In diesem Jahr wurde wieder vorgetragen „Was Finnen unter Kälte verstehen“. Nämlich zum Beispiel, den obersten Hemdknopf zu schließen, lange nachdem die Katze mit ins Bett will und Autos nicht mehr anspringen. Zugeben, dass es „etwas kühl“ ist, das tun die Finnen am absoluten Nullpunkt. Und lutschen eben ihren Schnaps.

Mit den besten Grüßen von Ulla Keller an Samu Haber. Das Repertoire wird immer mal wieder um etwas Neues ergänzt. Dieses Mal war erstmals „Christmas time is here“ aus dem „Peanuts“-Film zu hören. Und Ulla Keller hatte sich extra ein Saitentamburin geliehen, um den Song stilecht vortragen zu können.

Apropos stilecht: Zu „Let it snow“ ließ eine ausgefeilte Konstruktion erstmals ordentlich Kunstschnee rieseln, die Bühne war mit Tannenbaum und Geschenken geschmückt und zur Zugabe trug Ulla Keller eine zur Musik tanzende Nikolausmütze.

Natürlich waren – wie immer – auch die Sangeskünste des Publikums gefragt, das in diesem Jahr besonders hingebungsvoll Affenlaute zur karibischen Version von „Jingle Bells“ beisteuerte und zu „Stille Nacht“, zunächst a cappella vorgetragen, einstimmte. Weihnachten kann kommen.

von Nadja Schwarzwäller

 
 
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