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Superlativ lässt sich doch noch toppen

Rauschenale Superlativ lässt sich doch noch toppen

76 Künstlerinnen und Künstler, 14 Ausstellungsorte. Dieses ambitionierte Event findet nicht etwa in einer großen Kulturmetropole statt, sondern in Rauschenberg. Am Wochenende war es so weit.

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Arbeiten von sechs Künstlern waren in der Rauschenberger Grundschule zu sehen. Insgesamt gab es 14 Ausstellungsorte.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Rauschenberg. Rauschenale - das ist doch da, wo immer George Clooney und Sandra Bullock …? Nein, ist es nicht. Aber wenn assoziiert wird, dass es sich in der Tat um eine ganz besondere Veranstaltung handelt, dann sei der Name toll gewählt, kommentierte Dr. Markus Morr, Kulturreferent des Landkreises bei seiner Einführung am Samstagmittag. Überhaupt sei die Kreativität des Organisationsteams um die Initiatorinnen Dr. Anne Hoerder und Martha Henkel „außerordentlich“, so Morr.

Kein George Clooney, keine Sandra Bullock, aber insgesamt 76 Künstlerinnen und Künstler sind auf der Rauschenale in diesem Jahr vertreten. Bereits bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr - mit 60 Beteiligten und 10 Locations - habe er gedacht, dass man so etwas Einzigartiges nicht mehr toppen könne, gestand Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich. Aber die Rauschenale 2017 sei ein weiterer Superlativ. Es werde viel für die Kunst in Rauschenberg und damit auch für die Stadt selbst erreicht. Und: „Kunst verbindet“, erklärte Emmerich. In diesem Fall Ehrenamt, Hobby und Gewerbe.

Auch Markus Morr bestätigte, die Rauschenale sei „in einem positiven Sinne profilbildend“. Vor hundert Jahren seien es der Bürgermeister, der Pfarrer und der Lehrer gewesen, die einen Ort geprägt haben, sagte Morr. Dass der Bürgermeister voll hinter der Veranstaltung stehe und sowohl die Kirche wie auch die Grundschule unter den Ausstellungsorten seien, spricht also gewissermaßen Bände.

Von der Alten Schule bis hinunter zum Hotel Lindenhof hatten sich 14 Orte in Galerien verwandelt. Shuttle-Service inklusive. In der Kratz’schen Scheune, wo die Eröffnung stattfand, waren die Malerinnen des Ateliers Cölber Mühle vertreten, gemeinsam mit der Marburger Künstlerin Elisabeth Sabo und der Goldschmiedin Mirjam Hensel aus Wetzlar. Die hatte bereits im vergangenen Jahr an der Rauschenale teilgenommen, nachdem sie auch auf der „Artinea“ ausgestellt hatte.

Zum ersten Mal mit dabei war beispielsweise Hobby-Fotograf Karl-Heinz Schuhmacher mit Fotografien, die das Thema Bewegung umsetzen - auch wenn es für ihn eigentlich kein festgelegtes Thema gibt, wie er erzählte.

Zusammen mit acht anderen Künstlern hatte Schuhmacher das ehemalige Gasthaus zur Post zur Verfügung, wo außerdem das neue Café „Vis-à-Vis“ eröffnete. In der Grundschule hingen Gemälde an den Fluren, gegenüber der Jacken der Kinder und auch die lichtdurchfluteten Hallen der Metallbau-Firma Starkon waren für das Wochenende ein Ort der Kunst. Die Palette reichte von der Ein-Mann-Show in einer Scheune bis hin zur mit 15 Künstlern am abwechslungsreichsten bespielten Ausstellung in der Galerie „Glashaus“, die Anfang des Jahres in einem ehemaligen Autohaus eröffnet hat.

Bei Gemälden, Objekten, Skulpturen, Fotografien, Schmuck und Mosaik war aber noch lange nicht Schluss, was die Rauschenale angeht. Auch Film, Tanz und Musik gehören zum Konzept. An verschiedenen Orten fanden über die zwei Tage der Ausstellung Vorführungen und Konzerte statt.

Das Saxofonquartett „Ad Hoc“ trat bereits bei der Eröffnung auf, Werner Eismann, der ebenso wie seine Frau Inge Eismann-Nolte auch unter den ausstellenden Künstlern war, spielte mit seiner Band „Softeis“ und die Stadtkirche verwandelte sich in eine Tanzbühne. In der Stadtbibliothek war der Verein „Kulturherbst Burgwald“ mit Lesungen und einem Krimi-Wettbewerb zu Gast und Wald war auch das Stichwort für den Künstler Hans-Heinrich Thielemann, der nämlich Kunst aus dem Wald anfertigt. Kunst und Kunsthandwerk, Literatur und Musik (und nicht zu vergessen die Verpflegung der Besucher) - alles mit dabei. Und das alles im kleinen Rauschenberg? „Im groß-artigen Rauschenberg“, entgegnet eine Künstlerin. Und Markus Morr rät, für die nächsten Jahre doch einfach mal George Clooney einzuladen.

von Nadja Schwarzwäller

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