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Heinz Strunk im KFZ Suche nach dem humoristischen Mehrwert

An Selbstvertrauen mangelt es dem Entertainer Heinz Strunk nicht: Seine Show „Strunk-Prinzip“ kündigt er auf der Bühne vollmundig als „Erweiterung des Erregungs-Korridors“ an, es werde „am ganz großen Rad gedreht“. Hält die Darbietung, was sie verspricht? 140 Zuschauer waren am Dienstag ins KFZ gekommen, um den 55-Jährigen aus Hamburg live zu erleben.

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Ein ziemlich schräger Entertainer: Heinz Strunk bietet eine minimalistische Mixtur aus Lesung, Gesang und Diashow.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. „Der Abend ruht auf den baumdicken Schenkeln zweier High-End-Erzeugnisse“, so der Entertainer. Eines dieser Erzeugnisse ist das Highlight des Abends: Strunks im Satiremagazin „Titanic“ erschienenen Essays, die er in dem Buchband „Strunk-Prinzip“ zusammengestellt hat.

Es sind Ergüsse zu verschiedensten Themen mit Wortwitz und krudem Humor vom Feinsten. So erfährt das Publikum, dass der Autor des Buches „Fleisch ist mein Gemüse“ keine Pferde mag, außer „gut angebraten“ auf dem Teller.

Laut Strunk reicht es heutzutage aber nicht mehr aus, nur Geschichten vorzulesen. Man müsse neue Wege gehen: Weg vom „Leseratten-Dasein“, hin zum „360-Grad-Entertainment“ und der „Multimedia-Power-Performance“. Somit erweitert Strunk seine Lesung um Musik. Er hat zu einigen Texten aus seinem Buch Songs verfasst, die auf seinem Album „Sie nannten ihn Dreirad“, dem zweiten „High-End-Erzeugnis“, zu hören sind.

Im Gegensatz zu seinen Essays mangelt es Strunk bei seinen Songtexten gehörig an Kreativität. Ein sonderlich guter Sänger ist er auch nicht: Den Zuschauern wird ein Mix aus dissonantem Sprechgesang und Geschrei serviert. Ernst nimmt sich der Hamburger dabei zum Glück nicht. Der Applaus für die Musikeinlagen ist eher zögerlich.

„Schöne Zeichnungen, oder?“, fragt er mit einer großen Portion Sarkasmus. Auch Bildende Kunst – im weitesten Sinne – wird geboten: Extra für das Bühnenprogramm habe er eine Diashow mit Zeichnungen angefertigt. Diese sehen aus, als stammten sie aus der Feder eines vierjährigen Kindes, dem man beim Malen die Augen verbunden hat. Das Publikum scheint über den humoristischen Mehrwert geteilter Ansicht.

von Benjamin Kaiser

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