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Stürmischer Applaus für tolles Konzert

Kantorei Marburger Land Stürmischer Applaus für tolles Konzert

Viele Besucher strömten am Sonntag in die Stiftskirche Wetter. Die Kantorei Marburger Land führte „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf.

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Ein imposantes Bild: Die Kantorei Marburger Land, die Kantorei Wolfhagen und das Kammerorchester Marburg füllen komplett den Altarraum der prächtigen Wetteraner Stiftskirche

Quelle: Michael Hoffsteter

Wetter. Das Oratorium gehört heute zu den bekanntesten Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy und gilt als Höhepunkt seines Schaffens. Der Komponist starb ein Jahr nach der Uraufführung des „Elias“ an einem Schlaganfall.

Mendelssohn-Bartholdy vertonte in seinem Oratorium die Geschichte der großen Prophetengestalt Elias und seinen Kampf gegen die Vielgötterei, wie sie im Alten Testament im Buch der Könige geschildert wird.

Bereits zehn Jahre vor der Uraufführung begeisterte sich Mendelssohn-Bartholdy für den Elias-Bericht. Die Ausschreibung eines Musikfestivals in Birmingham gab ihm die Gelegenheit seine Idee dramatisch und mit stimmkräftigem Chor umzusetzen.

Sänger vermitteln Verzweiflung und Chaos

Diese Dramatik wurde von den rund 85 Sängerinnen und Sängern und 40 Musikerinnen und Musikern unter der Leitung von Bezirkskantorin Christiane Kessler am Sonntag hervorragend umgesetzt. Allein der Anblick der vielen Laienmusiker, die den Altarraum der Stiftskirche in Wetter sprengten, bot ein eindrucksvolles Bild – der Klang stand dem in nichts nach.

Kräftig und energisch stimmten die Sänger nach der dramatischen Ouvertüre den Gesang an, um sich danach in die jeweiligen Stimmhöhen aufzufächern und so das Stimmungsbild von Verzweiflung und Chaos wunderbar zu vermitteln.

Im „Elias“ übernimmt der Chor stellvertretend für das Volk den Part des Erzählers. So gibt es viele mitreißende Chorpassagen, die in der Stiftskirche fantastisch erklangen. Bezirkskantorin Christiane Kessler zeigte ein feines Gespür für die Dynamik und ließ des Chor immer wieder satt anschwellen, womit der Text eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde.

Zur Unterstützung hatte die Kantorei Marburger Land die Kreiskantorei Wolfhagen eingeladen, mit der sie bereits das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms aufgeführt hat. Am 17. Januar 2016 wird der „Elias“ dann ab 17 Uhr in Wolfhagen gezeigt.

Kammerorchester Marburg begleitet den Chor souverän

Dazu kamen die durchweg gut aufgelegten Solisten Marion Clausen (Sopran), Ute Grunewald (Alt), Hubert Schmid (Tenor) und Alexander Reisewitz, der wunderschön den in Bariton-Lage komponierten „Elias“ sang. Für Stücke wie etwa dem Doppelquartett im ersten Teil wurden sie von Sängern der Kreiskantorei Wolfhagen ergänzt.

Das Kammerorchester Marburg, ergänzt durch Holz- und Blechbläser, begleitete den Chor souverän und einfühlsam. Besonders der Einsatz der Hörner, etwa bei den Rezitativen des Elias, unterstreicht bei diesem Oratorium den bürgerlichen Ton. Denn Mendelssohn-Bartholdy hatte den „Elias“ nicht für die Kirche, sondern für die Aufführung in bürgerlichen Konzertsälen komponiert.

Der „Elias“ ist ein wunderschönes Werk, aber auch ein mächtiges. Als die Musiker vor dem zweiten Teil kurz innehielten, um ihre Instrumente neu zu stimmen, wähnten so manche Besucher schon eine Pause, bevor sie wieder zurück in die Sitzbänke gebeten wurden. Am Ende war das Publikum begeistert und bedankte sich rasch mit Standing Ovations und langem Applaus für die wundervolle Darbietung.

von Mareike Bader

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