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Studentinnen auf den Spuren berühmter Dichter

Ausstellung Studentinnen auf den Spuren berühmter Dichter

Nicht nur die Brüder Grimm, auch andere Dichter haben eine Zeit ihres Lebens in Marburg verbracht. In einem Projekt der Philipps-Universität begeben sich Studenten auf deren Spuren - und ihrer Häuser.

Marburg. Die Brüder Grimm, natürlich. Aber auch Clemens Brentano, Gottfried Benn oder Christine Brückner: Sie alle waren, zumindest eine Zeit lang, Marburger Bürger.

Das „literarische Marburg“ steht für zwei Semester im Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft im Zentrum eines Lehrforschungsprojekt von Professor Dr. Marita Metz-Becker. 14 Studentinnen arbeiten auf eine Ausstellung hin, die in einem halben Jahr eröffnet werden soll: „Marburger Dichterhäuser aus drei Jahrhunderten“.

Wie bereitet einen solchen Stoff auf? Wie präsentiert man Ergebnisse? Wie arbeitet man mit der Presse zusammen, wie wirbt man Sponsoren, wie muss Werbematerial aussehen? All diese Dinge lernen die Studierenden während ihres Seminars ebenfalls. „Das ist das Spannende an diesem Projekt, dass man selbst aktiv werden kann und von der Konzeption bis hin zur Präsentation alles macht“, sagen Katharina Sophie Plum und ihre Kommilitoninnen.

Dabei geht es auch um die Fragen, was es heißt, sich an Personen der Vergangenheit zu erinnern und wie Erinnerungskultur funktioniert. Deshalb haben die Studentinnen auch Interviews mit Menschen auf der Straße geführt und mit der Videokamera aufgenommen. An welche berühmten Dichter erinnern sich die Marburger? Die Brüder Grimm seien bei vielen präsent, und einige - zumeist die Älteren - hätten auch Namen wie Clemens Brentano oder Michail Lomonossov genannt, erzählen die Studentinnen.

Wie viele Berühmtheiten aber tatsächlich in Marburg gelebt haben, das überraschte die meisten. Auch die Studentinnen selbst. Und die laufen jetzt auf jeden Fall wachsamer durch Marburg und achten zum Beispiel auf die an vielen Häusern angebrachten Tafeln, die an berühmte Bewohner erinnern, erklärt Anna Matter. Die meisten Dichter dachten gern in ihre Zeit in Marburg zurück, haben die Studentinnen laut Pearl Boczkowski recherchiert. Zum Beispiel Ina Seidel, die vom „verzauberten Wald- und Hügelland“ schwärmt und die Bilder aus Kindheitstagen „in dankbarer Erinnerung“ hat.

Auch Boris Pasternak hat sich offenbar verzaubern lassen: „Wenn das hier nur eine Stadt wäre, aber es ist ja ein mittelalterliches Märchen“, lautet ein Zitat von ihm. Kurt Eisner hingegen, der in seiner Zeit in Marburg bei „Hessischen Landeszeitung“ war, schreibt, er habe sich nicht eine Stunde wohl gefühlt. .

Die Ausstellung, die im Rahmen des Projekts entsteht, wird am 28. Juni 2013 im Haus der Romantik eröffnet und soll dann bis zum Oktober zu sehen sein.

Von Nadja Schwarzwäller

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