Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Stoppok - ehrlich, erdig und immer wieder gut

Solokonzert Stoppok - ehrlich, erdig und immer wieder gut

Kein großer Technik-Schnickschnack - Akustik-Klampfe und eine Perkussionbox, das reicht bei Stoppok, um die Massen zu begeistern.

Voriger Artikel
Schöne neue Welt, Schrecken der Zukunft
Nächster Artikel
Zurück zu den Rockabilly-Wurzeln

Musikalisch überzeugend, textlich mitreißend: Stefan Stoppok hatte sein Publikum in Marburg wieder im Griff.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Beim fast schon traditionellen Vorweihnachtskonzert im KFZ erfreut Stoppok die Marburger Fangemeinde. In den vergangenen Wochen hat er mit seiner Band eine Tour gespielt und mit Popschutz einen neuen Silberling auf den Markt gebracht. Unter großem Beifall freut sich der Ruhrpotpoet, mal wieder solo auf der Bühne zu stehen und das Publikum in Marburg mit bestem musikalischem Handwerk und schnodderiger Schnauze zu beglücken. Ob solo oder mit Band, die Konzerte von Stoppok sind immer verschieden. Alte, neue und unbekannte Songs im bunten Potpourri. Bodenständig bringt er stets grundsoliden Folk-Blues mit deutschen Texten und bisweilen verschmitzt ausufernden Ansagen.

Nominierung für Deutschen Kleinkunstpreis

Vor wenigen Wochen ist er für den Deutschen Kleinkunstpreis nominiert worden, der am 22. Februar verliehen wird. Stoppok wird dort als „Interpret und Rockmusiker, der in seinen Liedern die poetische Seite des Alltags vermittelt“ bezeichnet. Und: „Seine politischen Statements trägt er mit Witz und Verve vor.“ Wie wahr, denn auch nach mehreren Dekaden stichelt er immer noch mit viel Ironie und Feingefühl in den Untiefen menschlicher Gefühlszustände und den Sinnlosigkeiten gesellschaftlicher Alltagshandlungen herum. Jeder Song wird mit viel Applaus honoriert, textsicher feiert das Publikum mit ihm die Lieder. Neben lautstark bejubelten alten Songs gibt es natürlich auch frische Kost. So beackert er in La Kompostella nicht das Pilgerleben, sondern die ähnlich kuriosen Wege unseres Mülls im Recyclingkreislauf.

„Viel zu schön hier auf der Erde, viel zu schön für’n Leben in der Herde”, tönt es von der Bühne. Stoppok ist das Gegenprogramm zu all dem inhaltsleeren, großmäuligen und konformistischen Getriebe, was die Gesellschaft bewegt. Nach über einem Vierteljahrhundert kreativen Schaffens kann er auf einen beachtlichen Fundus brillanter Texte zurückgreifen. Dennoch wird er nicht müde, immer Neues zu schaffen. Ehrlich, erdig und immer wieder gut ist’s bei Stoppok - und familiär.

Für diese „ausgezeichnete Kleinkunst“ jenseits von Massengeschmack werden ihm die Marburger Fans auch in den kommenden Jahren weiterhin die Treue halten.

von Jan Bosch

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr