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Stimmkraft und schöne Kontraste

Pfingstkonzert der Jungen Kantorei Stimmkraft und schöne Kontraste

Mit Stimmkraft und einem vielseitigen Programm ­unterstrich die Junge Kantorei das imposante Bild, das die 80 Sängerinnen und Sänger vor 200 Besuchern in der Lutherischen Pfarrkirche boten.

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Mit warmem, homogenen Klang erfüllten die 80 Sängerinnen und Sänger der Jungen Kantorei unter der Leitung von Jonathan Hofmann die Lutherische Pfarrkirche.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Kraftvoll und mit vielen schönen Akzenten präsentierte die Junge Kantorei in der Lutherischen Pfarrkirche bei ihrem Pfingstkonzert ein geistliches Programm mit Werken des 19. und 20. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt stand passend zum Jubiläumsjahr von Max Reger Auszüge aus dessen Geistliche Gesänge, op. 138. Umrahmt wurde der Reger-Block von den beiden Streichersinfonien Nr. 1 und Nr. 5 von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die lebendig, süß und frisch vom Barockorchester der Jungen 
Kantorei interpretiert wurden.

Die Junge Kantorei besteht aus drei Teilchören, die jeweils in Frankfurt, Heidelberg und Marburg proben. Beim gemeinsamen Konzert präsentierten sich die Laiensänger mit einem harmonischen Klang, der die Lutherische Pfarrkirche erfüllte.

Bestach die Choralmotette „Unser lieben Frauen Traum“ noch durch die eindrucksvolle Stimmkraft der Jungen Kantorei, so waren es beim „Agnus Dei“ und bei der Motette „Wir glauben an einen Gott“ besonders die Tempo- und Dynamikwechsel sowie schöne Kontraste, mit denen die Junge Kantorei den Spannungsbogen hielt. Dazwischen wurden Stücke aus Regers Kleinen Choralvorspielen op. 135a von Rien Voskuilen an der Schuke-Orgel gespielt.

Kraftvoll, warmen und homogen

Ungewöhnlich begann das Konzert mit dem sehr modernen „Dona nobis pacem“ des lettischen Komponisten Peteris Vasks. Mit immer wieder anschwellenden Passagen wurde die Spannung gehalten. Dirigent Jonathan Hofmann, der 2014 die Leitung vom Gründer der Jungen Kantorei Joachim Carlos Martini übernommen hatte, führte energisch Chor und Orchester und animierte sie immer wieder mit großen Gesten.

Auch die Messe Nr. 2 in G-Dur von Franz Schubert präsentierte die Junge Kantorei mit kraftvollem und gleichzeitig warmen, homogenen Klang, der einen wahren Kontrast zum hellen, durchdringenden Sopran von Esther Dierkes bildete. Besonders das flotte Gloria wirkte zusammen mit der Begleitung durch das Barockorchester äußerst feierlich. Solo begannen Dierkes und Tenor Sören Richter im Duett das tänzerisch anmutende Benedictus.

Nach den eher kraftvoll gehaltenen Hymnen wirkte das „Agnus Dei“ besonders sanft und ruhig, auch durch das Orgelvorspiel. Wieder legte sich Esther Dierkes mit ihrer hellen Stimme über den warmen, gefühlvollen Chorgesang, zu dem sich Johannes Hill mit seinem kräftigen Bass gesellte.

Mit dem ruhigen Nachtlied aus dem op. 138 von Max Reger beendete die Junge Kantorei ihr Pfingstkonzert und wurde mit kräftigem Applaus, einzelnen Bravo-Rufen sowie einem Extra-Applaus für das Orchester vom Publikum belohnt.

von Mareike Bader

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