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Stimmakrobaten mischen das KFZ auf

„Maybebop“ beim Kabarettherbst Stimmakrobaten mischen das KFZ auf

Tolle Stimmen, clevere Texte, schräges Outfit: 
Die A-cappella-Gruppe „Maybebop“ wirbelte am Freitagabend durchs ausverkaufte KFZ und machte 340 Fans glücklich.

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Die vier schrägen Typen von „Maybebop“ präsentierten A-cappella-Musik vom Feinsten: Oliver Gies (von links), Lukas Teske, Sebastian Schröder und Jan Bürger.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Rappelvoll war es im Kulturladen KFZ – und leider auch sehr heiß und stickig. Man fragte sich schon, wie das sein kann in einem frisch umgebauten und sanierten Haus. Das KFZ bestätigte Probleme mit der neuen Lüftung.

Aber als die Sänger von „Maybebop“ auf die Bühne stürmten, war alle Hitze vergessen. Die Stimmakrobaten brauchten keine Instrumente, um tolle Musik und mächtig Stimmung zu machen. Zusammen mit den witzigen, aber auch kritischen Texten und der ausgefeilten Choreografie war die Show absolut perfekt und äußerst kurzweilig. Die Band startete mit dem Song „Mein Handy weiß es“, in dem der Handywahn aufs Korn genommen wird. In London gebe es schon abgepolsterte Laternenpfähle, damit keiner beim Daddeln dagegen renne, erzählte ein Sänger.

Sehr witzig war auch das Lied über das schwierige Liebesleben von Eltern mit Kindern. „Früher hatten wir Angst, dass beim Sex Kinder rauskommen. Jetzt haben wir Angst, dass die Kinder reinkommen.“ Eher nachdenklich stimmte ein Song zur Melodie der deutschen Nationalhymne. „Ich wäre lieber Italiener“, hieß es da. Als Deutscher müsse man sich ja wieder schämen, angesichts der braunen Kapriolen in der letzten Zeit. Aber Deutschland sei zum Glück auch das: „Freiheit, Körnerbrot, Bier und vier Sterne“.

Gelungene Parodien

Doch „Maybebop“ hatte noch viel mehr zu bieten am Freitagabend. Herrlich war die Mitmachnummer, bei der ein Freiwilliger aus dem Publikum auf der Bühne mitsingen durfte. Ein Musiklehrer aus Treysa traute sich und sang zusammen mit den Profis das Lied „Westerland“ von den „Ärzten“. Die Zuschauer stimmten mit ein und bald war die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Äußerst gelungen waren auch die Parodien verschiedener Stars aus der Welt der Musik. Mit ihren sagenhaften Stimmen schafften es die vier Sänger der A-cappella-Band, Legenden wie Mick Jagger, Marius Müller-Westernhagen, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg täuschend echt nachzumachen.

Auch die Bee Gees erlebten ein „Comeback“ mit dem kreischend gesungenen Ohrwurm „Staying alive“, und Abba lebte wieder auf mit der unverwüstlichen „Dancing Queen“. Dazu hüpften und tanzten die Sänger auf der Bühne herum, schwangen die Hüften im Takt und machten allerlei Blödsinn dazu.

Gegen Ende gab es noch ein ganz neues Lied, eine Uraufführung sozusagen, das die Gruppe aus dem Stegreif perfekt zusammenbastelte. Das Publikum durfte den Musikstil wählen, ebenso die Themen, die in dem Lied vorkommen sollten. Heraus kam ein flotter und sehr witziger Samba, in dem Blutegel, Currywurst, Gesangsunterricht und Marburg eine tragende Rolle spielten.

Am Schluss der gut zweistündigen Show tobte der Saal und es gab stürmischen Beifall für die vier sympathischen Stimmkünstler. Erst nach drei ausgiebigen Zugaben durften sie von der Bühne gehen. Im Foyer konnten sich die Zuschauer noch Autogramme abholen und Fotos machen.

von Bettina Preussner

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