Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
„Stille Nacht“ einmal ganz laut

Big Band des VfL Marburg „Stille Nacht“ einmal ganz laut

Das Adventskonzert der VfL Big Band am Freitagabend in der ausverkauften Waggonhalle war weit entfernt von einem ruhigen, besinnlichen Programm, obwohl Weihnachtsklassiker gespielt wurden.

Voriger Artikel
Glasklar bis in höchste Höhen
Nächster Artikel
Zurück zu den Wurzeln der Weihnachtszeit

Vor ausverkauftem Haus spielte die Big Band des VfL Marburg deutsche Advents- und Weihnachtsklassiker – allerdings in sehr ungewöhnlichen Arrangements.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Passend zum ersten Adventswochenende stimmte die Big Band der VfL Musikabteilung die Zuhörer auf die vorweihnachtliche Zeit ein. Doch typische Lieder wie „White Christmas“ oder andere amerikanische Klassiker fehlten gänzlich. Dirigent German Marstatt setzte auf deutsche traditionelle Advents- und Weihnachtslieder, denen er eigens für das „Advents“-Konzert neue Arrangements verpasst hatte.

Marstatt hatte ein rundes Programm zusammengestellt, das mit weihnachtlichen Texten, etwa von Loriot, ergänzt wurde. So hatte der Abend stets den Rahmen eines Adventskonzertes, auch wenn die Musik nicht wirklich besinnlich war. „Ich verpacke die Melodien ja so ein bisschen“, gab der Dirigent zu, als das Publikum beim Weihnachtslieder-Raten große Schwierigkeiten hatte.

„Es ist unglaublich - wir haben so schön gespielt“, rief Marstatt ins Publikum, der charmant durch den Abend führte. Raffiniert hatte er „Vom Himmel hoch“ vom Kontrabass spielen lassen und die anderen Instrumente im neuen Arrangement darübergelegt. Auch „Leise rieselt der Schnee“ im Bossa-Nova-Stil war in einer anderen Tonart ohne den Gesang von Corinna Keil kaum zu erkennen. Da waren „Süßer die Glocken nie klingen“, dessen Melodie auf einer kleineren Marimba gespielt wurde oder „Kling Glöckchen klingeling“, dessen Zitat schnell entdeckt wurde, einfacher zu erraten.

Welturaufführung von "The Call"

Rockig wurde es bei „Stille Nacht“ - „unser lautestes Lied“, wie es German Marstatt gleich ankündigte. Gitarrist Daniel Fuchs spielte die Melodie auf der E-Gitarre, dazu spielte Klaus Weber-van der Meer am Piano.Und mit den Blechbläsern und der starken Rhythmusgruppe kamen nicht nur Big-Band-Fans auf ihre Kosten. Natürlich durften die obligatorischen Soli nicht fehlen. Auch Dirigent Marstatt stand mit Trompete oder Flügelhorn am eingerichteten Pult. Applaus gab es aber auch etwa für die Saxophonisten Janina Rozmyslowski (Alt), Astrid Nüßlein (Tenor) oder Lucas Groß (Bariton).

Hinzu kamen Stücke, die German Marstatt eigens für die Big Band geschrieben hatte, wie „The Call“, das bei diesem Konzert Welturaufführung feierte, sowie einige Werke aus dem vergangenen Latin-Programm der Big Band. Wieder sorgte Oliver Scheck als „Special Guest“ mit seinem Percussions-Sammelsurium für die richtigen rhythmischen Kniffe mit Bongos, Glocke oder Regenmacher. Aus diesem Programm stammte auch „Children of Sanchez“, bei dem die Trompeter Peter Müller, Stefan Arndt sowie Leo Müller an der Posaune tolle klare Soli ablieferten.

Mit einer brasilianischen Version von Brahms‘ „Wiegenlied“ verabschiedeten sich die knapp 20 Laienmusiker von ihrem Publikum. Doch das rhythmische Arrangement war alles andere als zum Einschlafen. Als Zugabe gab es „Birdland“, das erneut aus dem Latin-Programm stammte.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr