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Stationen eines Lebens musikalisch umgesetzt

„Shauli Einav Quartet“ in der Cavete Stationen eines Lebens musikalisch umgesetzt

Einen Hochkaräter der Jazz-Nachwuchsszene präsentierte die Jazz­initiative Marburg mit dem „Shauli Einav Quartet“ in der Jazzkneipe Cavete.

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Shauli Einav (Mitte) ist der Komponist und Ideengeber des nach ihm benannten Quartetts.

Quelle: Immanuel del Gilde

Marburg. Das Quartett stellte größtenteils Eigenkompositionen des Saxophonisten und Bandleaders Shauli Einav vor. In Israel geboren, wurde ihm schnell klar, dass New York die richtige Stadt sei, um seinen Stil weiterzuentwickeln. Heute würde er diesen Sprung nicht mehr wagen, erklärt er lachend. Doch es hat sich offensichtlich gelohnt. Nach sieben Jahren zog er nach Paris, wo er sein jetziges Quartett zusammenstellte.

Die verschiedenen Stationen seines Lebens sind in der Musik Shauli Einavs deutlich zu erkennen. Sei es eine orientalisch anmutende Phrase, ein impulsiv exzentrisches Solo mit Anklängen an die Schnelligkeit der Pariser Jazzszene oder eine Hommage an den in den USA etablierten Swing. Geeint wirkte das Quartett jedoch erst durch das Zusammenspiel und die Interpretation der verschiedenen Einflüsse.

Viel Improvisation

Ariel Tessier am Schlagzeug, Florent Nisse am Bass und Paul Lay am Piano boten eine fulminante Unterstützung für die musikalischen Ideen des Komponisten. Besonders hervorstechend war dabei die außerordentliche Leistung des Pianisten, der mit seinen häufigen und temperamentvollen Soli das Publikum zu minutenlangem Applaus bewegte.

Generell bot der Bandleader den anderen Mitgliedern des Quartetts äußerst viel Spielraum für eigene Improvisationen, holte sie jedoch zum Chorus immer wieder zusammen. Manchmal hätte man sich ein etwas ausgiebigeres Spiel des Saxophonisten gewünscht. Doch in Anbetracht der komplexen Kompositionen wie „Le mousquetaire“, genügte vermutlich die Eigenleistung des Bandleaders und trug zu einem vom Publikum gefeierten Abend bei.

von Immanuel del Gilde

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